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Angkor Wat und Siem Reap

Nun sind wir in DER Tourist-Stadt Kambodschas. Siem Reap ist wohl für die meisten gleichbedeutend mit Angkor Wat. Wobei der Tempel Angkor Wat nur einer von vielen verschiedenen Tempeln in der weitläufigen Angkor Tempelanlage ist. Das finden wir in den nächsten Tagen noch heraus. Siem Reap ist die Stadt, die gleich neben der Tempelanlage gelegen ist und der erste Anlaufpunkt für Touristen um Angkor Wat zu besuchen. Angkor gehört seit 1992 zum Weltkulturerbe. Diese Tempelanlage ist zwischen dem 9. und 15. Jahrhundert während der Blütezeit des Khmer Reiches entstanden. Grob zusammengefasst kann man sagen, dass sich damals jeder neue Herrscher einen neuen Tempel hat bauen lassen. Aber auch der unglaubliche Reichtum an Wasser und die deshalb überaus ertragreichen Reisernten haben das Königreich der Khmer damals so erfolgreich gemacht, dass in Angkor damals über eine Million Menschen lebten.

1-Tag oder 3-Tage-Ticket?

Zurück in die Gegenwart. Zuerst stellt sich für uns die Frage, ob wir einen, drei oder sieben Tage in Angkor verbringen wollen. So sind die Tickets nämlich gestaffelt. Sieben Tage schließen wir schon mal aus. Die Preise sind schon heftig, deshalb überlegen wir, ob ein Tag nicht ausreicht. Wir möchten viel sehen, es sind ziemlich viele Tempel und die Kraft der Sonne beziehen wir in unsere Überlegungen mit ein: Wir lassen uns Zeit und kaufen das 3-Tage-Ticket!

Kosten Angkor Wat Tickets

Es gibt Tickets für verschieden viele Tage. Für Kambodschaner ist der Eintritt frei.


1 Tag = 37 US-Dollar
3 Tage = 62 US-Dollar
7 Tage = 72 US-Dollar

Das 3-Tage-Ticket ist 10 Tage lang gültig. Ihr müsst also nicht an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Tempelanlage besuchen, sondern könnt euch dafür Zeit lassen. Beim 7-Tage-Ticket habt ihr sogar einen Monat Zeit. (Stand November 2018)

Tag 1 - die „kleine“ Tour

Wir starten morgens um halb sieben mit unserem Tuk-Tuk-Fahrer. Er fährt uns zum Ticket Office, das kurz vor der Tempelanlage liegt. Nachdem ein Foto von uns gemacht wurde und wir bezahlt haben halten wir unsere Tickets in den Händen und es geht hinein in einen Tag voller Kultur. Die kleine Tour ist gar nicht so “klein” wie man denkt, denn es gibt soooo viele Tempel auf dieser Runde zu entdecken. Diese haben wir besucht:

Ta Prohm = Tomb Raider

Dieser Tempel war Drehort für die Videospielverfilmung Lara Croft Tomb Raider. Die großen Bäume haben sich ihren Weg um und durch die alten Mauern der Tempelanlage gesucht. Hier herrscht eine ganz verwunschene Atmosphäre.

Ta Keo = Kristall-Tempel

Weiter geht’s zum Pyramidenförmigen Tempel Ta Keo. Der Tempel ist über mehrere Ebenen gebaut und bietet eine schöne Aussicht. Die Stufen nach oben sind sehr abenteuerlich. Ganz oben ist ein begehbarer Tempelturm.

Bayon

Von diesem Tempel hat bestimmt jeder schon mal irgendwo ein Foto gesehen. Die mysteriösen Gesichter, die in alle vier Himmelsrichtungen zeigen sind einfach faszinierend. Dabei ist es auch spannend, dass ein Gesicht für Buddha und drei Gesichter für die drei hinduistischen Götter Brahma, Vishnu und Shiva stehen.
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Baphuon

Der Baphuon Tempel liegt inmitten der Angkor Thom Tempelanlage. Er ist ebenfalls ein Pyramidentempel und über einen langen Steg zwischen zwei Wasserbecken erreichbar. Auf der Rückseite kann man in der Fassade den Kopf und Oberkörper eines liegenden Buddhas erahnen.

Phimeanakas und die Terrasse des Lepra Königs

Der Phimeanakas Tempel ist versteckt in einem kleinen Wäldchen und leider nicht begehbar. Der Spaziergang durch den Wald weiter zur Terrasse des Lepra-Königs ist angenehm schattig. Die Terrasse und ihre Bedeutung sind nicht eindeutig geklärt, die Reliefs an den Wänden sind allerdings extrem gut erhalten.
Zum Abschluss des Tages fahren wir für einen kurzen Stopp noch beim Angkor Wat Tempel vorbei. Einmal von außen anschauen und dann nach Hause. Mehr Input geht für heute nicht!

Tag 2 - die große Tour

Heute fahren wir erst um halb neun los. Als erstes wollen wir uns Angkor Wat von innen ansehen und sind erstaunt wie groß und weitläufig die Gebäude allein in dieser Anlage sind. Die Menschen wirken teilweise so winzig. Im Angkor Wat verbringen wir direkt 2 1/2 Stunden! Kein Wunder. Die Anlage ist unglaublich weitläufig und immer wieder entdecken wir neue Ecken. Der Tempel ist vielfältiger als wir dachten.

Die weiteren Tempel auf unserer Route sind:

Preah Khan und Baray of Preah Khan

Dieser Tempel ist toll. Er hat zwei Eingänge, so dass unser Tuk-Tuk-Fahrer uns am Westeingang absetzt und später am Osteingang wieder einsammelt. Hier können wir durch viele Gänge schlendern und und hinter jeder Ecke wieder neues entdecken. Am Osteingang liegt der unglaublich große Baray of Preah Khan. Der Anblick auf dieses riesigen Gewässers verschlägt uns die Sprache.
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Neak Poan

kleiner Tempel, der nur über einen Steg zugänglich ist, weil er auf einer kleinen Insel im Baray of Preah Khan liegt. Er ist umgeben von einem Wasserbecken, das wiederum von vier weiteren Becken umgeben ist.

Ta Som

Dieser Tempelbesuch war recht kurz, weil die Anlage relativ klein ist. Der Tempel selbst und auch das vom Baum überwucherte Tor ganz am Ende erinnert uns an den Ta Prohm. Nur eben in kleinerem Ausmaß.

East Mebon

Vom East Mebon hatten wir aus irgendwelchen Gründen mehr erwartet. Vor allem von der Größe an sich. Dennoch ist er hübsch anzuschauen mit den vielen Elefanten an den Ecken und er liegt auf unserer Route.
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Pre Rup

Dieser Tempel hat uns sehr gut gefallen. Es ist ein Pyramidentempel mit mehreren Ebenen und hier gilt es viele verdammt hohe Stufen zu steigen. In diesem Fall auch so hoch, dass wir über den uns umgebenden Urwald schauen können. Die Aussicht ist großartig. Besonders zum Ende des Tages wird es auf der obersten Ebene ziemlich voll, weil sich alle ein schönes Plätzchen für den Sonnenuntergang suchen.

Sunset beim Sras Srang

Den Sonnenuntergang schauen wir uns an diesem Ort an. Hier ist zwar kein Tempel, aber dafür ein See bzw. Wasserbecken, an dem sich die Sonne wunderbar spiegelt.

Für uns waren es zwei tolle Tage mit unserem Fahrer. Wir haben uns auch privat unterhalten und er hat uns sogar von seinen persönlichen Erfahrungen aus der Zeit des Regimes der Roten Khmer erzählt. Als die Schreckensherrschaft endete war er acht Jahre alt. Durch die Abschaffung der Schulen durch die Roten Khmer konnte er dennoch erst mit 12 Jahren zur Schule gehen. Das führt uns nochmal vor Augen, wie weitreichend die Folgen dieser Zeit für die Bevölkerung Kambodschas waren und wie lange es braucht, bis wieder Normalität herrscht.
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Tag 3 - Sunrise beim Angkor Wat & Cherry Picking

Für den letzten Tag in Angkor haben wir uns den Sonnenaufgang aufgehoben. Außerdem wollen wir heute mit dem Roller selbst durch die Anlage fahren. In stockdunkler Nacht fahren wir um kurz vor 5 Uhr los. Viel ist noch nicht los auf den Straßen, doch der Verkehr bewegt sich hauptsächlich in Richtung Temepelanlage.

Angkor Wat

Angekommen im Angkor Wat gehen wir schnurstracks zum kleinen Teich innerhalb der Tempelanlage. Möglichst weit links am Ufer haben wir einen tollen Blick auf die fünf Türme und deren Spiegelung im Wasser. So haben wir unsere Klischee-Fotos sicher. Hehe. Ein Zeitraffer findet ihr hier oder auf unserer Videoseite.

Nach Sonnenaufgang gehen wir weiter hinein um den Turm in der Mitte zu besteigen. Die Warteschlange ist abschreckender als es tatsächlich dauert, bis wir hoch dürfen. Oben ist die Aussicht großartig.
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Ta Prohm

Den Ta Prohm haben wir uns an unserem ersten Tag zwar schon angeschaut, aber wir wollten so gerne nochmal hin. Die riesigen Bäume zwischen und auf den Mauern sind einfach faszinierend.

Banteay Kdei

Dieser Tempel ist sehr verwunschen. Er ähnelt dem Ta Prohm nur ist er nicht so groß und verwinkelt.

Die Fahrt zum Tonle Sap

Mit dem Roller fahren wir zum etwa 25km entfernten Tonle Sap. Es ist der größte See in Kambodscha und sogar in ganz Asien. Tatsächlich ändert er seine Größe zwei Mal im Jahr. Der Tonle Sap See ist mit dem Tonle Sap Fluss verbunden, der wiederum bei Phnom Penh mit dem Mekong verbunden ist. Der Mekong führt im Juni viel mehr Wasser als üblich. Der Grund dafür sind die Monsunregenfälle und das Schmelzwasser aus dem Himalaya. Das zusätzliche Wasser drückt dann in den Tonle Sap Fluss und weiter in den Tonle Sap See. Im November fließt das Wasser dann wieder zurück. Die größer Oberfläche des Sees variiert deshalb je nach Jahreszeit zwischen etwa 3.000 und 25.000 Quadratkilometern.

Wir sehen uns an einer der Zufahrten des Tonle Sap um. Die Sonnenuntergangsbootstouren interessieren uns nicht. Vielmehr beobachten wir die Einheimischen beim Angeln mit ihren Wurfnetzen. Einige zeigen uns stolz ihren Fang. Die Stelzenhäuser am Ufer lassen den Höhenunterschied erahnen, wenn der See seinen Pegel ändert.

Die Stadt Siem Reap

Wir müssen gestehen, dass wir von der Stadt Siem Reap nicht wirklich viel gesehen haben. Abends waren wir meistens in unserem Stadtteil unterwegs und haben die Garküchen ausprobiert. Einen Bäcker mit verdammt leckerem Baguette und Croissants haben wir auch gefunden.

Ansonsten haben wir den Made in Cambodia Market in der Innenstadt besucht. Die Waren dort sind alle im Land hergestellt und mal eine Abwechslung zu all den Fake-Markennamen-Shirts und dem Nippes, den es sonst auf jedem Nachtmarkt gibt. Die Pubstreet ist ein einzige Leuchtreklame. Einmal durchschlendern reicht uns. Danach verziehen wir uns wieder in unser Stadtviertel und kaufen uns am Straßenrand noch einen Mango- und Avocado-Shake für den Heimweg.

Fazit

Auch wenn Angkor an einem einzigen Tag machbar ist, können wir auf jeden Fall das 3-Tage-Ticket empfehlen. Denn spätestens zur Mittagszeit wird es verdammt heiß und der Kopf kann irgendwann nichts Neues mehr aufnehmen. Tag 1 haben wir für die kleine Tour genutzt, den zweiten für die große Tour und den dritten Tag noch einige Highlights und den Sonnenaufgang. So haben wir uns an den einzelnen Tagen nicht überfordert.

Wart ihr auch schon mal in Angkor? Wie viele Tage habt ihr euch die Tempel angesehen und was ist eurer Meinung nach der beste Zeitplan?

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