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Der Borobudur Tempel

It’s scooter day again! Heute tanken wir Kultur. Wir wollen mit dem Roller zum Borobudur Tempel fahren. Borobudur ist weltweit die größte buddhistische Tempelanlage. Sie wurde im 9. Jahrhundert auf Java gebaut, später wahrscheinlich durch einen Vulkanausbruch verschüttet und 1814 wiederentdeckt. Im Jahr 1991 wurde Borobudur als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt. Gut, diese Fakten sollen für den Anfang reichen.

Viele Wege führen zum Borobudur. Es gibt diverse Touranbieter. Die Sunrise-Tour könnt ihr wohl überall buchen. Allerdings auch zu einem höheren Preis als es eigentlich kostet. Frühes Aufstehen kostet extra und dann muss noch das Wetter mitspielen, damit der Sonnenaufgang nicht hinter Wolken stattfindet… Wir sind ja nicht so die Frühaufsteher und sehen es gar nicht ein mehr Geld als nötig zu bezahlen und noch nicht mal ausschlafen zu können. Also mieten wir einen Roller und können selbst über unseren zeitlichen Tagesablauf bestimmen.

Roller fahren in Indonesien

Der Verkehr in Yogyakarta ist heftig! Im Gegensatz zu Jakarta ist es hier allerdings entspannt. Wir schwingen uns also auf unser motorisiertes Zweirad und düsen los. Wir kommen bis zur 300 Meter entfernten Kreuzung mit Ampel. Und dann lernen wir von den Einheimischen „richtig“ Roller fahren indem wir uns mit unserem Gefährt wie alle anderen einfach vorne anstellen. Wir umrunden sämtliche Autos, die vor der Ampel warten, und drängen uns neben all die anderen Motorbikes, die auf die nächste Grünphase warten. Bei grün preschen alle vorwärts und wir fahren im Pulk die Straße entlang. Auf zwei Rädern kommt man hier definitiv schneller vorwärts als auf vieren! Nach etwa anderthalb Stunden zwischen Unmengen von Autos und Motorrädern und der Summe ihrer Abgase sind wir da.

Die Borobudur Tempelanlage

Als wir Borobudur das erste Mal komplett sehen sind wir schwer beeindruckt. Der Bau ist so gewaltig, dass wir erstmal sprachlos sind. Der Borobudur ist der größte buddhistische Tempel weltweit! An der Tempelanlage wurde wahrscheinlich rund 100 Jahre gebaut bis sie etwa im Jahr 850 fertiggestellt wurde. Diese Stufenpyramide ist 118 Meter breit und 35 Meter hoch. Der Tempel ist auf einem Hügel erbaut und besteht aus sechs quadratischen und drei rund gebauten Ebenen. Der Abschluss besteht aus einer runden Spitze – der Stupa. Die verschiedenen Ebenen symbolisieren den Weg der Erleuchtung bis in den Himmel – das Nirvana.
Rundherum um die sechs quadratischen Ebenen sind unzählige Reliefs eingearbeitet, die verschiedene Geschichten erzählen. Unter anderem die Geschichte von Siddharta bevor er zum Buddha wurde. Was es mit einigen der Reliefs im Detail auf sich hat, das haben wir uns von einem Guide erkären lassen.
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Auf dem Bauwerk sehen wir auf mehreren Ebenen steinerne Buddha-Statuen. Komplett erhalten sind leider nur noch wenige. Das liegt einerseits an Beschädigungen durch Wind und Wetter sowie Erdbeben in der Vergangenheit, aber auch durch Zerstörungen und Raub durch Menschen. Insgesamt gibt es sechs verschiedenartige Buddha-Statuen, die sich bei genauem Hinsehen nur durch die Haltung ihrer Hände bzw. Arme unterscheiden. Auf den drei oberen runden Terrassen sind viele Stupas angeordnet in denen ebenfalls Buddha-Statuen sitzen. Leider sind heute nicht mehr alle Buddhas erhalten.
Die Stupas selbst symbolisieren eine ganz bestimmte Anordnung von irdischen Dingen. Der untere Teil sollen Lotusblüten sein. Darauf liegt die Robe des Buddhas. Der glockenähnliche Teil stellt eine leere umgedrehte Schüssel für Reis dar. Und die Spitze oben steht für den Wanderstock. Diese Dinge hatte Siddharta dabei als er den Weg seiner Erleuchtung gegangen ist.
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Insgesamt übt dieser Ort eine Faszination auf uns aus. Einerseits die monumentale Bauweise und dazu kommt der Blick in die weitläufige und grüne Landschaft um den den Tempel herum. Wir fühlen uns sehr wohl hier im buddhistischen Himmel und genießen die Aussicht, die frische Luft und die Ruhe, die wir hier oben finden.
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Kombi-Ticket für Borobudur + Prambanan

Wer am Borobudur Tempel UND dem Prambanan Tempel interessiert ist, der sollte ein Kombiticket kaufen. Der Preis ist dann günstiger, als zwei Einzeltickets. Außerdem ist das Kombiticket für zwei aufeinanderfolgende Tage gültig. Ihr müsst also nicht zwingend beide Tempel am gleichen Tag besuchen.

Auch wenn viele der kunstvoll eingemeißelten Geschichten inzwischen gedeutet wurden, so ist vieles beim Borobudur noch ein Rätsel. Allein die Herkunft des Namens der Tempelanlage ist nicht genau geklärt und es gibt verschiedene Interpratationen. Und es sind längst nicht alle Geheimnisse der steinernen Geschichten gelüftet. Viele Wissenschaftler beschäftigen sich schon jahrelang damit und werden es noch viele weitere Jahre tun. Dafür gibt es einfach noch zu viele unbekannte Reliefs an den Wänden des Borobudur.

Abstecher zum Merapi

Eigentlich hatten wir heute früh geplant, am Vormittag den Borobudur und am Nachmittag den Prambanan Tempel zu besuchen. Da wir aber viel mehr Zeit als geplant am Borobudur verbracht haben und der Prambanan komplett auf der anderen Seite von Yogyakarta liegt, lassen wir ihn für heute sausen und fahren erst morgen hin. Stattdessen machen wir noch einen Abstecher zum Merapi Vulkan.

Der Merapi ist ein aktiver Vulkan und liegt etwa 40 Kilometer entfernt vom Borobudur Tempel. Die großen Straßen lassen wir irgendwann hinter uns und kurven durch kleine Dörfer. Es geht stetig bergauf. Unser Ziel ist ein Aussichtspunkt. Auf den Vulkan selbst darf man aus Sicherheitsgründen nicht wandern. Es werden alternativ Jeep-Touren angeboten. Dabei scheint für einige weniger der Vulkan, sondern eher das Jeep fahren das Highlight zu sein… Da wir erst gegen 16 Uhr ankommen, bekommen wir das freudige Gejohle der Teilnehmer der letzten Jeep-Tour des Tages mit.

merapi_java Leider spielt das Wetter nicht ganz mit. Am Aussichtspunkt angekommen sehen wir: nichts. Der Himmel ist wolkenverhangen und wir stellen uns vor, wie der Merapi den Horizont vor uns bestimmt. Insgesamt ist das Klima hier oben am Berg ein anderes. Die Luft ist kühl und feucht. Die Wolken hängen tief und ab und zu spüren wir Tröpfchen auf unserer Haut. Nach dieser Erfrischung ohne „grandiose“ Aussicht machen wir uns bald auf den einstündigen Heimweg.

Morgen geht’s zum Prambanan Tempel. Das quasi das hinduistische Pendant zum buddhistischen Borobudur. Es ist die größte hinduistische Tempelanlage auf Java.

2 Kommentare zu „Der Borobudur Tempel“

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