Rucki auf Boot

Review Tatonka Yukon Rucksack

Vorab das Rechtliche. Dies ist Review vom Tatonka Yukon 60+10 und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Wir erhalten hierfür keine Promotion oder sonstige monetäre Vergütung!
Ohne einen Backpack läuft beim Backpacking natürlich nichts. Klar soweit. Seitdem wir unterwegs sind, achte ich darauf, welche Modelle und vor allem mit welchem Gepäck andere Menschen reisen. Häufig versuche ich auch zu “lesen”, wie hoch das jeweilige Gewicht ist… habe mich aber bisher nicht dazu durch gerungen nachzufragen oder getraut.

Flughafen cover für Rucki Auf Flughäfen sieht man die unterschiedlichsten Modelle. Von knallig bunt, abgenutzt, high tech oder vintage. Jeder Backpack erzählt seine eigene Geschichte und etwas über den, der ihn trägt. Und jede kleine Macke steht für eine große Erinnerung. Allerdings bin ich in diesem Kontext noch nicht so weit, denn schließlich soll das gute (und oftmals teure) Stück mich lange Zeit begleiten und jede Blessur zeugt von mangelnder Qualität. Apropos Qualität: Um unseren Rucksäcken den harten Flug zu erleichtern, werden beide vor dem Check-In in eine Plastiktasche mit verstärkendem Gewebe gepackt. Irgendwo haben wir mal gelesen, dass sich die Gurte in den Gepäckbändern verhaken können. Das Handling für das Flughafenpersonal wird durch die Tasche enorm vereinfacht, da sich die Gurte auch nicht mit anderen Gepäckstücken verheddern können.

Ilka hatte Ihren Rucki bereits weit vor unserer Reise gefunden. In Australien vor 11 Jahren! Das ist mal eine Benchmark für meine Neuanschaffung! Darüber hinaus ist nicht nur die Haltbarkeit wichtig, sondern (vor allem) die Passform. Nichts ist schlimmer, als ein schlecht sitzender Rucksack, den man nach 5 Minuten am liebsten in die Ecke pfeffern möchte oder abends im Hostel der Rücken schmerzt, was auch durchaus durch eine alte Matratze verstärkt wird.
Allzu oft wird ein Rucksack aufgrund des Preises oder der Ausstattung allein ausgewählt, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie er passt und sich anfühlt, wenn man wirklich unterwegs ist.

In diesem Artikel erfahrt Ihr, wie ich meinen Rucksack gefunden habe! Jeder ist anders, sei es der Rucksack oder der Mensch. Die (Körper-)Form, wie wir gehen und welche körperlichen Beschwerden wir haben.
Stichwort: Ich hab´ Rücken!

Rückblick – den passenden Rucksack finden

Mit großer Vorfreude ging ich in Bremen zum Outdoor-Spezialisten unterwegs (www.unterwegs.biz) Hier gibt es ALLES was der Weltenbummler benötigt und darüber hinaus. Nachdem wir die Anforderungen, also unser Vorhaben Weltreise (daraus ergibt sich der Rucksacktyp) und ungefähres Budget dem super netten Mitarbeiter geschildert hatten ging es auch schon los. Eine Wand lauter Rucksäcke steht vor uns, die es zu probieren geht. Ilka lehnt sich genüsslich zurück, trinkt ihren Tee und schaut sich das Schaupiel in aller Ruhe an. Während ich jeweils mit 15kg bepackt werde.

Rucksacktypen

  • Trekkingrucksäcke
    • Trekkingrucksäcke sind die größten Rucksäcke und können problemlos mit Lasten weit über 25 kg zurechtkommen und dennoch hohen Tragekomfort bieten.
    • Meistens bestehen sie aus einem Innengestell und einem in 2 Bereiche geteilten, schlanken Packsack.
    • Durch ergonomisch geformte Hüftgurte und das Innengestell wird eine Lastenübertragung auf die Hüften gewährleistet.
    • Trekkingrucksäcke sind durch ihr Packvolumen von bis zu 70l und viele zusätzliche Befestigungsschlaufen ideale Begleiter für längere Wochen- und Expeditionstouren, oder eben Weltreisen 🙂
    • Wichtig: Achtet auf ein hochwertiges Tragesystem, nur dann trägt sich der Trekkingrucksack auch bequem.
  • Tourenrucksäcke
    • Der Tourenrucksack ist mit einem Packvolumen von bis zu 50l etwas kleiner als der Trekkingrucksack
    • Zeichnet sich vor allem durch seinen sicheren Sitz und eine damit sehr hohe Bewegungsfreiheit aus.
    • Tourenrucksäcke gibt es in verschiedenen Ausführungen und speziell für verschiedene Aktivitäten ausgelegt. So gibt es Modelle für Wander-, Kletter und Gletschertouren
    • Hüftgurte und Tragesysteme fallen in der Regel bei den Tourenrucksäcken etwas leichter aus als beim Trekkingrucksack, da die Gewichtverlagerung nur eine untergeordnete Rolle spielt.
  • Daypacks oder Tagesrucksack
    • Ein Daypack (Tagesrucksack) dient, wie der Name schon sagt, zum Transport für alles was während eines Tages benötigt wird (Bei uns befinden sich darin auch die Technik und Wertgegenstände)
    • Tagesrucksäcke bieten durch ihre Aero-Systeme außerdem einen hohen Tragekomfort und eine gute Belüftung.
    • Beim Transport von mehr als 8 kg und größerem Volumen (>ca. 30l) sollte lieber auf einen Touren- oder Trekkingrucksack zurückgegriffen werden.
    • Wichtig: Bei Nutzung im Alltag auf dickere Stoffe des Rucksacks achten.
  • Kofferrucksäcke
    • Kofferrucksäcke eignen sich für alle Reisen, bei denen nicht nur gewandert werden soll, dennoch aber die eine oder andere Tour geplant ist.
    • Eine perfekte Kombination aus einem komfortablen Tragesystem und einem praktischem Reisebegleiter zum ordentlichen (und faltenfreien) Verstauen von Kleidung.
    • Ein Griff und Rollen erleichtern außerdem das Fortbewegen, und durch die komplette Abdeckung der Tragesysteme lassen sich Kofferrucksäcke problemlos, zum Beispiel an Flughäfen, als Gepäck aufgeben.
Mit jedem neuen Rucksack (jeweils mit 15kg gefüllt) beginnt die gleiche Prozedur: Einstellen der vielen Gurte, (hierzu gehen wir noch detaillierter ein), gehen und Treppen steigen. Nach 3 Minuten bekomme ich schon ein erstes Gefühl, wie sich der jeweilige Rucksack anfühlt. Erstaunlich finde ich, dass ich überhaupt einen Unterschied merke. Denn eigentlich haben die Dinger doch die gleiche Eigenschaft, Bauart und sehen bis auf die Farbe irgendwie gleich aus. Das täuscht jedoch gewaltig. 15 verschiedene Modelle werden mittels Ausschlussverfahren nach und nach reduziert. Es bleiben drei Kandidaten übrig und ich gehe mal eine längere Strecke und „wandere“ über den Bremer Marktplatz. Tatsächlich sind es minimale Unterschiede, aber ich bilde mir ein dass der Tatonka Yukon 60+10 einfach am besten sitzt und das Gewicht mir leichter vorkommt. Wie wir beide uns nach vier Monaten verstehen, findet ihr weiter unten!

Rucksack einstellen und anpassen

  1. Alle Gurte am Rucksack lösen
  2. Rucksack aufsetzen
  3. Zunächst die Hüftpolster schließen und leicht festziehen, so dass die Polster auf dem Beckenknochen sitzen. Wenn dabei der Rucksack nach hinten kippt, ist das kein Problem, die Schultergurte kommen als nächstes dran.
  4. Schultergurte festziehen, tragen aber kein Gewicht (liegt auf dem Becken)
  5. Danach die Schultergurte ein wenig lösen, so dass mehr Gewicht auf dem Becken liegt. Dies kann auch während des Tragens variiert werden.
  6. Die Lastenaufnahmebänder verbinden die Oberseite des Schultergurtes mit der Rückseite des Rucksacks. Wenn sie gespannt sind, wird der Rucksack aufrechter getragen. Sind die Lastenbänder zu fest, kann dies die Schultergelenke beanspruchen und es fühlt sich nicht angenehm an. Zu lose eingestellt bewirkt, dass der Rucksack nach hinten kippt. Entsprechend sollten diese Riemen mit Gefühl eingestellt werden.
  7. Als letztes kann der Brustgurt zusammengeklippt werden. Je nach Model kann auch die Höhe des Gurtes variiert werden, dieser sollte unter dem Schlüsselbein liegen. Auch hier: Nicht zu fest anziehen. Bei mir dient dieser Gurt lediglich dafür, dass die Schultergurte in Ihre Position bleiben, da möglichst viel Gewicht auf dem Becken liegt.
Während einer Wanderung die Gurte zu justieren ist völlig normal. Achte darauf, dass die Schultergurte, der Hüftgurt und die Lastenaufnahmebänder einfach anzupassen sind. Auch wenn das Becken einen Großteil des Gewichtes abfangen sollte, kannst du Lastenaufnahmebänder und Schultergurte fester ziehen, um das Gewicht zur Entlastung des Beckens auf die Schultern zu verlagern.

Qualitätsmerkmale

Einige Rucksäcke haben einen doppelten Boden. Bei dem Tatonka ist dies nicht der Fall. Große Reißverschlüsse sind einfacher zu bedienen und stabiler. Die Riemen und deren Einsteller sollten möglichst leicht laufen. Saubere Verarbeitung der Nähte. Ganz wichtig: ausgeprägte, atmungsaktive und langlebige Polster, insbesondere am Beckengurt und Rücken.

Den Rucksack richtig packen

Wir beide nutzen Packwürfel für Shirts, Hosen und Jacken. Das erleichtert zum einen das schnelle Auffinden, die Trennung von z.B. winterlichen Klamotten oder Regenjacken von Dingen wie Shirts oder Unterwäsche. Für die Ordnung sind die Packwürfel wirklich praktisch. Meine lange Hose, ein Hemd und die Fleece-Jacke befinden sich im Vakuumbeutel. Eigentlich ist so ein Beutel ganz sinnig: Man rollt oder drückt den Beutel zusammen, die Luft entweicht und übrig bleibt ein fester Beutel, ohne Luftblasen. Was wir alles auf unserer Weltreise dabei haben, findet ihr hier.

Als Orientierung für Deine Reise:
  • Ideale Verlagerung des Schwerpunktes im Rucksack
    1. Leichte Touren: Schwerpunkt nahe am Rücken und auf Schulterhöhe
    2. Alpine Touren: Schwerpunkt weiter unten für ein besseres Gleichgewicht
    3. Rucksack nicht einseitig packen (vor allem bei Seitentaschen darauf achten!)
  • Praktische Erreichbarkeit häufig benötigter Utensilien

Ist es sinnvoll, einen Rucksack im Internet zu bestellen?

Bei einem Daypack ist das sicher möglich, aber bei Trekking- und Tourenrücksäcken ist ein gründlicher individueller Test die Voraussetzung für eine gute Rucksackwahl. In guten Outdoor-Geschäften kannst Du beladene Rucksäcke testen. Darüber hinaus steht beim Fitting auch gleich ein Experte neben Dir, der gleich sagen kann: Geht vs. Geht nicht. Unsere Meinung: support your local outdoor-Laden!

Vier Monate sind wir nun zusammen auf Tour: mein Rucki und ich – Zeit für ein erstes Fazit

Ich liebe ihn – ich hasse ihn. Am Anfang waren wir zwei keine guten Freunde, denn die Ausstattungsmerkmale, die der Yukon entgegen dem hervorragenden Tragekomfort zu bieten hat, hinken ein wenig hinterher. Und ich gebe zu: Ich liebe Rucksäcke und wenn die Details zum Einsatz kommen. Allerdings habe ich noch keinen gefunden, der mich wirklich zu 100% überzeugt. Immer ist irgendwas. Als ich zum Beispiel meinen Daypack gekauft habe, war schon mein heimlicher Berufswunsch: Rucksack-Entwickler bei Deuter, vielleicht nun bei Tatonka, oder Osprey, etc…
Der Übersicht halber gibt es eine klassische Pro und Kontra Liste – Los geht’s:
Pro
  • Optimaler Sitz – Selbst wenn ich den Rucki zum Teil mit Dingen von Ilka belade ist es erstaunlich, wie gut sich der Yukon tragen lässt
  • An den Hauptfächern befinden sich große, hochwertige und leichtgängige Reißverschlüsse
  • Das Hauptfach lässt sich nicht nur von oben beladen, denn der Rucksack verfügt über einen umfassenden Frontzugriff mit umlaufenden Zweiwegereißverschlüssen
  • Abnehmbare Trennung zwischen Haupt- und Bodenfach
  • Der Deckel ist höhenverstellbar und erweitert somit bei Bedarf das Volumen
Kontra
  • Regenschutz befindet sich im Deckel. Ich finde diese Lösung aus zweierlei Gründen unpassend bzw. „old-school“:
    • Das Deckelfach wird unnötig aufgefüllt, denn der Regenschutz ist bei der Größe des Rucksacks nicht gerade klein.
    • Es gibt zig Hersteller die den Regenschutz in den Boden integrieren, warum nicht auch hier? Platz wäre genug
  • Das Leergewicht ist mit 2,7 kg recht hoch
  • Das Gewebe bzw. Stoff vom Deckel, am äußeren Hauptfach und Bodenfach wirken recht dünn und wenig widerstandsfähig. Beim Kauf habe ich darauf noch nicht geachtet. Was dieses Gefühl verstärkt ist ein kleines Loch, welches am Deckelfach entstanden ist. Ärgerlich, schließlich ist Rucksack erst vier Monate auf Reisen.
  • Was mich aber wirklich jedes Mal in den Wahnsinn treibt: Keine Taschen am bzw. im Hüftgurt! Warum nur? Es ist doch ein Einfaches und kostet nicht wirklich viel, eine Tasche (noch besser sind zwei) in den Gurt zu integrieren.

Fazit

Nach meiner persönichen Pro/Kontra-Liste steht es nun 5:4 für diesen Rucksack, aber dies ist ja kein Wettbewerb, sondern ein Review vom Tatonka Yukon 60+10 und spiegelt meine persönliche Meinung wider. Gerade die letzten Punkte der Kontra-Liste enttäuschen mich, insbesondere das Loch am Deckel welches keine Geschichte erzählt, sondern ein einfaches Loch ist und hoffentlich nicht größer wird. Insgesamt sind es die sogenannten Gimmicks die mir fehlen, neben der (fehlenden) Tasche am Hüftgurt, sind dies z.B. eine Kordel aus Gummi die am Deckel- oder Hauptfach weitere Möglichkeiten zum schnellen Verstauen bieten könnte.
Allerdings sind andere Punkte für mich wichtiger und das ist der grandiose Tragekomfort des V2-Tragesystems, selbst mit knapp 20kg trägt sich der Rucksack komfortabel. Die Reißverschlüsse sind stabil, leichtgängig und zudem ist das Hauptfach abschließbar. Die vorhandene Ausstattung unterstützt eine gute Gepäckorganisation, dies macht den Rucksack vielseitig einsetzbar. Alles in allem kann ich den Tatonka Yukon 60+10 weiterempfehlen!

Und noch etwas: Lt. Tatonka können die Reißverschlüsse mit einem Vorhängeschloss abgeschlossen werden. Hierfür gibt es auch eine entsprechende Vorrichtung. Tolle Sache!

Nur kann noch immer das Hauptfach von oben klassisch geöffnet werden, somit ist diese Sicherung nicht ganz zu Ende gedacht…oder habe ich hier einen Denkfehler?
Das Abenteuer Weltreise geht nun weiter und ich bin sicher, dass wir – mein Rucki und ich – entsprechend ausgestattet sind um tolle Dinge zu erleben!

Was sind Deine Rucksack Empfehlungen?

Wir sind gespannt auf deine Tipps, weitere Ideen und persönliche Erfahrungen. Teile sie gerne in den Kommentaren mit uns! Vielleicht kannst Du mir auch erklären wie es sich mit der Diebstahlsicherung verhält…
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