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Roadtrip NZ – Northland – Teil 1

Aufwachen bei Sonnenschein. Erst jetzt erkennen wir, dass unser Übernachtungsplatz in einem Park eigentlich ganz hübsch und nah am Wasser gelegen ist. In der Dunkelheit gestern Abend konnten wir gar nichts erkennen. Nach dem Frühstück geht’s los Richtung Northland. In die nördlichste Region Neuseelands wo die riesigen Kauribäume wachsen.

Parry Kauri Walk

Unser erster Halt ist der Parry Kauri Wald südlich von Warkworth. Hier stehen nicht die größten Kauris des Landes. Aber für den Anfang reicht uns ein richtig großer schon mal. Der steht am Anfang eines kleinen Wanderweges durch den Wald. Die Größe und der Durchmesser sind beeindruckend! Und es gibt noch viel höhere Kauris… Auf dem kleinen Parry Kauri Rundweg sehen wir noch weitere nicht ganz so imposante Kauris, Palmen und Farne. Einige Pflanzen sind mit kleinen Infotafeln gekennzeichnet. Nach etwa einer halben Stunde sind wir wieder am Parkplatz.
Leider gibt das sogenannte Kauri Dieback, von dem die mächtigen Bäume bedroht sind. Ein Freiwilliger Ranger erzählt uns von der Bedrohung, der vermeintlich unverwüstlichen Baumriesen.

Kauri Dieback

Kauri Dieback ist eine Krankheit, welche die Kauri-Bäume befällt. Vom Kauri Dieback haben wir bereits gelesen, es hieß dort jedoch, dass das Absterben der Bäume nicht ganz geklärt sei. Fakt ist, dass eine Pilzart die Kauris befällt und das Absterben über die Wurzeln verursacht. Als sehr wahrscheinlich gilt, dass diese Pilzart in den 70er Jahren aus Neukaledonien eingeschleppt wurde. Damals wurde viel Erde nach Neuseeland importiert und es wurde noch nicht darauf geachtet bzw. kontrolliert, ob mit der Erde auch Schädlinge ins Land kommen.

Um die bestehenden Bestände der Kauris zu schützen ist es kaum noch erlaubt direkt an die Bäume heranzutreten. Zusätzlich sind an den Zuwegungen aller Kauri Walks im Land Desinfektionsmittel installiert. Um auf den Wanderweg zu gelangen muss man zuerst durch eine Art Schleuse gehen und die Schuhe reinigen. Sowohl beim Betreten und auch Verlassen des Wanderweges. So soll verhindert werden, dass Keime und Pilze in die Nähe der Kauris gebracht werden.
Seit längerer Zeit wird bereits nach einem Gegenmittel für das Kauri Dieback geforscht. Bislang wurde leider noch keine Lösung gefunden. Unabhängig davon werden Kaurisetzlinge gezogen um die Bäume auf lange Sicht für die Zukunft zu erhalten. Auch wenn es noch Jahrzehnte dauern wird, bis die kleinen Setzlinge zu Baumriesen werden.

Ruakaka - ein (halber) Tag am Meer

Weiter fährt uns Bronto entlang der Scenic Route an der Ostküste des Northland durch kleine malerische Ortschaften. Unsere Endhaltestelle für heute ist das kleine Örtchen Ruakaka direkt am Meer. Bronto steht direkt hinterm Deich und wir packen unsere Badesachen und gehen zum Strand. Nachdem die letzten Tage recht frisch waren genießen wir die wärmende Sonne. Der Spaziergang am Strand und das Sonnenbad in der herbstlichen Sonne tun gut. Einfach in der Sonne liegen und lesen. Nur zum Baden ist es uns viel zu kalt.

Am Abend merken wir wie kompakt der Freedom Campingplatz in Ruakaka ist. Es ist wenig Platz, weshalb wir dicht an dicht mit anderen Fahrzeugen stehen. Wie auf einem Parkplatz. So nah, dass wir unsere Nachbarn in ihren Wagen sprechen und ihr Geschirr klappern hören. Naja, wenigstens kostet es nichts und es gibt ein Toilettenhäuschen mit Licht und jede Menge Toilettenpapier. Und wir können beim Einschlafen das Meer hören!

Verregnetes Northland?

Der Sonnenaufgang am Meer war leider etwas verregnet. Also fahren wir weiter ins Northland hinein. Bei einem Zwischenstopp in der Touristeninformation in Whangarei checken wir das Wetter für die nächsten Tage. Es sieht schlecht aus. Sehr schlecht. Später am Tag soll es extrem stark regnen und auch Sturm geben. Und für morgen Vormittag ist auch noch Regen vorhergesagt. Am schnellsten soll es an der Nordspitze im Northland wieder aufklaren. Mmmmh… eigentlich wollen wir heute gar nicht so weit fahren. Bei Regen und Sturm lohnt es sich allerdings auch nicht den halben Tag an einem schönen Strand zu parken, wenn wir kaum rausgehen werden. Kurz überlegen: Okay, wir machen heute Strecke. Auf nach Cape Reinga! Wenn es Katzen und Hunde regnet, können wir auch Auto fahren.

Eine Toilette als Kunstwerk?

Ein besonderer Toilettenstopp muss allerdings noch sein. Die Hundertwasser Toilette in Kawakawa. Friedensreich Hundertwasser hat die letzten 25 Jahre seines Lebens hier in Neuseeland verbracht. Es ist dem kleinen Ort gleich anzusehen, denn typische Hundertwasser Elemente sind an kleinen Mauern oder Sitzbänken eingearbeitet. Das Highlight jedoch ist die öffentliche Toilette im Ort. Sie ist wohl das letzte Kunstwerk, das Hundertwasser in seinem Leben geschaffen hat.

Bereits von außen ist das Gebäude sofort durch die bunten und asymmetrischen Dekorationen zu erkennen. Natürlich gehen wir hier zur Toilette und können so die besondere Optik bestaunen. Dies ist angeblich die am meisten fotografierte Toilette Neuseelands. Glauben wir sofort! Wir sind nicht die einzige, die mit einer Kamera um den Hals auf die Toilette gehen…

Cape Reinga - der fast nördlichste Punkt Neuseelands

Auf dem Weg nach Norden sehen wir außerhalb von Bronto nicht viel vom Northland. Um uns herum ist eine nasse und extrem dunkelgraue Welt. Vielmehr sehen wir nicht. Brontos Scheibenwischer macht Überstunden. northland Irgendwann kommen wir an im hohen Norden. Kurz bevor wir auf den DOC Campingplatz Tapotupotu fahren hört es tatsächlich auf zu regen. Und es bleibt sogar trocken für den Rest des Tages. Also alles richtig gemacht. Der Campingplatz ist schön direkt am Meer gelegen in einer kleinen Bucht. Bronto steht auf einer grünen Wiese und wir können das Meer sehen.
Am nächsten Morgen fahren wir zum berühmten Cape Reinga. Vom Parkplatz aus ist es ein kleiner Spaziergang zum Leuchtturm. Am Weg sind einige Infotafeln zur Geschichte von Cape Reinga und mit Erklärungen der Bedeutung des Ortes für die Maori aufgestellt.

Der Maori Name für diesen Ort lautet „Te Rerenga Wairua“. Übersetzt heißt dies so viel wie „Absprungplatz“ oder „Überfahrt“. Der Name leitet sich aus der besonderen Bedeutung für die Maori ab. In der Mythologie wandern die Seelen der Toten bis zu diesem Punkt um von hier weiterzureisen nach Hawaiki – die Heimat ihrer Vorfahren in der Südsee. Ein alter Pohutukawa-Baum kennzeichnet den exakten Punkt. An seinen Wurzeln gleiten die Seelen der Verstorbenen in die Tiefe. Bevor die Seelen jedoch ihre letzte Reise antreten machen sie auf der kleinen Insel Manawatawhi halt um einen letzten Blick auf Aotearoa zu werfen. Die hohe spirituelle Bedeutung ist auch der Grund weshalb man am Kap nichts essen oder trinken und sich die Hände waschen soll, wenn man ankommt und auch wieder fährt.

Tatsächlich ist Cape Reinga gar nicht der nördlichste Punkt Neuseelands. Der liegt nämlich in Maori Gebiet einige Kilometer weiter: die Surville Cliffs. Doch das Gebiet ist privates Land und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
Wir genießen die Aussicht, die heute nicht all zu weit reicht. Eigentlich soll man anhand der Wellen und der Wasseroberfläche erkennen, dass hier zwei Ozeane aufeinander treffen. Die Tasmansee und der Pazifische Ozean. Leider ist es so diesig und der Himmel voll tief hängender Wolken, dass gar nichts zu erkennen ist. Das einzig offensichtliche ist, dass es bald wieder Regen geben wird. Schade. Also zurück zu Bronto und wieder gen Süden.
Vorbei am 90 Mile Beach auf dem die Touristen gerne mit ihren Autos langfahren. Wir fragen uns schon seit Australien, warum Menschen gerne mit einem Auto am Strand fahren. Nur weil sie es können? Unserer Meinung nach haben Autos mit Öl und anderem Krams nichts am Strand zu suchen. Abgesehen davon dürfen wir mit Bronto sowieso nicht an den Strand. Sehr vernünftig.

Je weiter wir nach Süden kommen, desto mehr klart es auf. Jetzt sehen wir endlich wie die Landschaft hier aussieht, an der wir gestern schon vorbeigefahren sind. Da war alles unter einem grauen Schleier versteckt.

Lohnt sich die lange Strecke zum Cape Reinga?

Nördlich von Awanui ist der nördliche Zipfel des Northland extrem dünn besiedelt. Cape Reinga und der 90 Mile Beach sind die touristischen Highlights. Auf den riesigen Sanddünen am 90 Mile Beach soll man mit einem Sandboard runterfahren können. Allerdings ist die Saison dafür Mitte Mai wohl vorbei, denn es gibt keine Boards, die wir ausleihen können. Abgesehen davon würden wir die Strecke nicht noch einmal fahren. Die Fahrt nach oben kostet viel Zeit und Spritgeld. Unserer Meinung nach gibt es viele andere schöne Plätze hier im Norden zu entdecken und gerade wenn die Zeit knapp ist, empfehlen wir, lieber mehr Zeit auf weniger Ort zu verteilen. Das ist viel entspannter.

Eine Treppe im Baumstamm

In Awanui halten wir für eine Kaffeepause im Ancient Kauri Kingdom Café. Hier gibt es diverse Dinge aus Kauri Holz zu bestaunen und zu erwerben. Und wir bekommen einen Eindruck wie groß diese Kauri Bäume werden können, denn im Innern des Cafés führt eine Treppe innerhalb eines Kauri Riesen in die erste Etage zu einer kleinen Galerie. Im Erdgeschoss schauen wir einen kleinen Film, wie der unfassbar große Swamp Kauri damals aus dem Matsch geborgen und verladen wurde. Der LKW, der den Stamm transportiert, sieht nur noch wie ein Spielzeug aus, wenn er den Kauri auf der Ladefläche hat. Wahnsinn!

Idylle pur am Tokerau Beach

Wir fahren weiter zum Tokerau Beach. Hier ist wieder Freedom Camping möglich. Direkt am Strand. Juhu! Bronto parken, Kaffee & Tee kochen und endlich wieder die Sonne genießen. Nach dem nassen Reinfall gestern fühlen wir uns wie in einer anderen Welt. Der Campingplatz ist lang gestreckt und die Fahrzeuge verteilen sich entspannt auf dem Gelände.

Später machen wir noch einen Strandspaziergang und schlendern dann weiter zum Coca-Cola-See. Eigentlich trägt der See den Namen Rotopokaka. Doch sein rotbraunes Wasser hat ihm diesen Spitznamen eingebracht. Seht selbst:
Abends schlafen wir mit dem Rauschen der Wellen ein. Seufz…

Wart Ihr im Northland am ninety-mile Beach? Und wer war im Coca-Cola-See schwimmen? Das Wasser soll ja ganz wohltuend sein... Lasst es uns wissen und hinterlasst einen Kommentar

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