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Roadtrip NZ – Ohakune und der Tongariro Nationalpark

Jetzt wird Strecke gemacht! 300 Kilometer sind es von unserem Übernachtungsplatz Ngāti Toa Domain bis Ohakune. Ohakune befindet sich im Tongariro Nationalpark am Fuße des Mount Ruapehu. Dort wo die Abenteuer beginnen und wohl im Winter mehr los ist als im Sommer. Der Ruapehu ist ein aktiver Vulkan, der sich bestens zum Skifahren und Snowboarden eignet. Das müssen wir unbedingt ausprobieren – beim nächsten Mal in Neuseeland. Im Mai liegt hier noch kein Schnee.

The Big Carrot

Ohakune ist auch als der Möhrchen-Ort bekannt. Historisch gesehen ist hier alles im Zeichen der Möhre. Die wurden in der Gegend schon seit 1930 angepflanzt und ins gesamte Land und auch ins Ausland verkauft. Als Symbol für die orangefarbene Industrie ist am Ortsrand von Ohakune seit den 80er Jahren eine Big Carrot zu bestaunen. Die Karotte war vorher eine Werbemaßnahme der neuseeländischen Bank und wurde dort nicht mehr gebraucht. Perfekt. Die Neuseeländer lieben übrigens ihre Big „irgendwas“ – einfach ein beliebiges Gemüse oder Obst einsetzen. Gibt’s bestimmt irgendwo im Land als „Sehenswürdigkeit“. Hehe.

Ohakune - perfekter Ausgangspunkt für Wanderungen

ohakune_tongariro_nationalpark Da Ohakune am südlichen Rand des Tongariro Nationalpark liegt eignet es sich perfekt um von hier aus mehrere Tagesausflüge zu starten. Der berühmteste Wanderweg ist das Alpine-Crossing. Auf der knapp 20 Kilometer langen Strecke wandert man an Vulkankratern, Bergseen und auch dem aktiven Vulkan Mount Ngauruhoe vorbei. Letzterer ist den meisten wohl als Schicksalsberg aus Herr der Ringe bekannt. Diese Tagestour haben wir vor fünf Jahren gemacht und die Filmkulisse für Mordor ist wirklich beeindruckend.

Dieses Mal wollen wir gerne eine neue Strecke kennenlernen und außerdem gerne eine, die nicht so überlaufen ist. Unsere Gastgeber aus der Station Lodge haben direkt einen Vorschlag für uns: Die Tour zum Lake Surprise!

Lake Surprise

Der Wanderweg zum Lake Surprise startet 15 km nördlich von Ohakune und ist Teil des Round the Mountain Track im Tongariro Nationalpark. Tatsächlich ist es möglich das gesamte Bergmassiv innerhalb einiger Tage komplett zu umwandern. Bei dieser mehrtägigen Tour übernachtet man in Schutzhütten und muss sich komplett selbst versorgen. Außer Matratzen und Feuerholz gibt es nichts in den Hütten. Leider haben wir keine Schlafsäcke, Campingkocher etc. dabei.

Also nehmen wir die Tagestour-Variante zum Lake Surprise und zurück. Auf 15 Kilometern wandern wir über vulkanische Lava, durch kleine Flüsse, kraxeln über riesige Felsbrocken und gehen über Holzstege. So einen abwechslungsreichen Wanderweg hatten wir bisher noch nie! Manchmal ist es ziemlich schweißtreibend einige Stellen raufzuklettern, dann kommt eine ebene Strecke zum Verschnaufen, dann wieder kraxeln. Einfach toll!

Es macht total viel Spaß hier die Natur zu genießen. Und dabei haben wir immer den Blick frei auf den Mount Ruapehu mit seinem Hut aus Schnee.
Nach etwa drei Kilometern kommen wir an der Mangaturuturo Hütte vorbei. Sehr idyllisch gelegen inmitten einiger Bäume. Natürlich schauen wir kurz rein. Es gibt Matratzen und einen Ofen mit jeder Menge Feuerholz. Bei den nächtlichen Temperaturen ist das definitiv notwendig. Es gibt auch eine Art Küche, die allerdings nur aus einem Spülbecken und Ablageflächen besteht. Man muss sich wirklich selbst ausrüsten, wenn man eine Wanderung über diese Hütten hier machen will.

Weiter geht’s über Stock und Stein. Der Lake Surprise selbst überrascht uns indem er dann doch sehr plötzlich vor uns auftaucht. Umgeben von wogendem Gras und dem blauen Himmel eine perfekte Kulisse für unsere Mittagspause. Nach einer Partie Backgammon machen wir uns auf den Rückweg.
Tatsächlich haben wir auf unser Tour nur fünf Personen getroffen. Ein Pärchen am Anfang und drei Wanderer auf dem Rückweg, die in der Mangaturuturo Hütte übernachten wollen. Wer eine abwechslungsreiche und einsame Wanderung machen will, der sollte den Lake Surprise wählen.
Hier könnt ihr unsere Wanderung zum Lake Surprise als Video erleben:
Nach dem Abendessen springen wir noch in den Open Air Whirlpool unserer Unterkunft. Während unsere müden Muskeln im heißen Blubberwasser entspannen genießen wir den Blick nach oben. Ein klarer Sternenhimmel mit Milchstraße. Hach… so lässt es sich aushalten. Auch wenn wir später mehrere Anläufe brauchen um den Pool zu verlassen. Die Aussicht im ausgekühlten Bronto zu übernachten lässt uns noch eine Weile schrumpeliger werden…

Bevor wir Ohakune am nächsten Tag verlassen und zur Westseite des Tongariro Nationalpark weiterfahren kaufen wir uns am Straßenrand noch einen kleinen Beutel Möhren. Das muss einfach sein und die Verkaufsstellen an der Straße sind eigentlich immer günstiger als die Supermärkte.

Tawhai Falls und das Château Tongariro Hotel

ohakune_tongariro_nationalpark Nun fahren wir von der anderen Seite in den Tongariro Nationalpark hinein. Hier starten ebenfalls mehrere verschieden lange Wanderwege. Da wir heute noch näher an die Ostküste heranfahren wollen, beschränken wir uns auf einen kleinen Zwischenstopp: die Tawhai Falls. Es gibt sicher spektakulärere Wasserfälle, doch sie sind schön anzuschauen und Wasserfälle gehen ja immer, oder?!

Fun fact: Hier ist ebenfalls eine Filmlocation aus Herr der Ringe und die heißt Gollum’s Pool. Hier versucht Gollum im zweiten Teil des Films im Wasser Fische zu fangen und wird seinerseits gefangen genommen.

Dann fahren wir zum Übernachtungsplatz des heutigen Tages. Das altehrwürdige Château Tongariro Hotel in Whakapapa Village:
Kleiner Scherz. Die Zeitreise in die 20er Jahre ist wundervoll aber nicht ganz unsere Preisklasse. Die günstigsten Zimmer starten momentan bei 250 NZ Dollar. Wobei es auf die Auslastung ankommt und es soll immer mal wieder Schnäppchen geben… Und Bronto mögen wir auch nicht allein lassen. Doch die Kulisse ist schon verdammt einladend. Hier zu residieren wäre mal was.
Mittag machen wir heute am Lake Taupo. Bei Sonnenschein direkt am Wasser schmeckt der Pie doch gleich noch besser. Gut gestärkt bringt Bronto uns weiter in Richtung Ostküste. Nach diversen Lookouts – auch die gehen ja in Neuseeland immer – erreichen wir die Glenfalls Campsite. Der Freedom Campingplatz ist etwa acht Kilometer vom Highway entfernt und wir stehen wirklich direkt am Mohaka Fluss. Zwei Meter trennen uns vom Ufer. Sehr idyllisch und extrem ruhig. Später schlummern wir beim Rauschen des Wassers ein.

Wart ihr auch mal im Tongariro Nationalpark wandern? Welche Wanderung habt ihr gemacht? Welche Wege könnt ihr empfehlen?

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