Roadtrip 2.0 in Oz – Die Ostküste

Angekommen in Brissie, wie die Aussies die Stadt liebevoll nennen. Wir checken im Banana Benders Backpackers ein, welches recht zentral gelegen ist. Die Zimmer sind sehr spartanisch und wir haben ein drei-Bettzimmer welches wir für uns alleine haben. Kaum am frühen Nachmittag angekommen machen wir uns auf zum Sightseeing. Den Anfang mach der Stadtkern, CBD, wo am Rathaus eine Willkommensveranstaltung stattfindet – nicht für uns, sondern für die angehenden Studenten. Weiter geht’s zum Brisbane-River. Irgendwie haben wir das Gefühl gerade durch London zu schlendern. Genauer über die Victoria-Brücke vom Big Ben kommend. Denn das Riesenrad, wir nennen es mal Brissie-Eye mit angrenzendem Museum, erinnern uns stark an London. Wir schlendern am Fluss entlang über modern gestaltete Brücken zurück zum Hostel. Wir merken, dass das Red Center und die Tour doch recht anstrengend war. Zeit fürs Abendessen im Hostel und Bereitmachen für den morgigen Tag. Neuer Camper – Neuer Roadtrip entlang der Ostküste Australiens – yeah!

Wir haben dieses Mal einen richtigen Camper. Nicht das der gute Carl keiner war, dennoch mussten wir zum Kochen oder um überhaupt an den Kühlschrank zu gelangen eben zum Kofferraum und draußen stehen. Dies war bei schlechtem Wetter doch recht nervig. Also haben wir dieses Mal den uns bekannten Toyota Hiace HiTop. Dieses Modell hatten wir in Neuseeland vor fünf Jahren. Er ist klein, bietet aber genügend Stauraum. Kurzum perfekt. Einen genaueren Vergleich zwischen den Campermodellen in Australien werden wir in Kürze veröffentlichen!

Auf nach Surfers Paradise und Gold Coast

Tja, was sollen wir dazu schreiben? Wir haben ja schon gelesen, dass beide Orte an der malerischen Küste, rund eine halbe Stunde Fahrtzeit von Brisbane entfernt nicht gerade den Architektur Höhepunkt von Australien darstellen. Vielmehr sind es gläserne Hochhäuser, die fast direkt an der Küste entstanden sind. Der Strand allerdings ist schon recht schön und wir parken unseren neuen vierräderigen Gefährten und schlendern am Strand entlang!

Gustav fährt nach Lamington

Zurück am Camper haben wir nicht nur ein Ziel, sondern auch einen Namen: Gustav soll unser temporärer Freund heißen und er bringt uns nun in den Lamington Nationalpark. Schluss mit Hochhäusern und Baywatch-Feeling. Zurück zur Natur! Der Lamington Nationalpark in Australien ist in zwei Bereiche aufgeteilt. Der westliche Teil heißt Green Mountains und der östliche Teil Binna Burra. Beide verbindet jedoch eine steile Fahrt mit vielen Serpentinen! Der offizielle Campingplatz des Nationalparks ist in den Green Mountains, nahe beim O´Reilleys Hotel. Dieser Platz ist bestens geeignet für den Start von mehreren Wandertouren und einem Tree Top Walk. Die Stellplätze müssen online gebucht werden. Im Informationscenter gibt es kostenloses WiFi – Zeit für Neuigkeiten und Nachrichten. Für die Campsite ist an Wochenenden und während der Schulferien eine frühzeitige Buchung empfehlenswert. Buchungen laufen über die Webseite des Nationalparks: qld.gov.au/Camping
Die besten Campingspots sind für Reisende mit Zelt geeignet, denn die Zelte stehen auf einer kleinen Anhöhe und auf dem Rasen spielen Wallabies und Truthähne. Der Platz wurde dann zum Wochenende recht voll und die Tiere suchten eine andere Unterkunft. Wir standen mit Gustav recht geschützt denn es hatte angefangen zu regnen. Der neue Tag beginnt zum Glück ohne Regen. Frühstück umgeben von Wallabies, Wanderschuhe anziehen, Rucksack packen und los geht’s. Wir nehmen uns die drei kürzeren Wanderungen vor. Dies sind der Tree Top Walk, Elabana Falls und die Morans Falls. Zusammen sind wir gut 12 Kilometer gewandert. Unterwegs treffen wir auf ein ganz außergewöhnliches Tier. Einen Crayfisch, genauer: „Lamington spiny cray“, der sich für gewöhnlich in feuchten und warmen Gegenden aufhält. Und dies trifft auf den Lamington Park definitiv zu! Genau genommen ist es ein Regenwald.
Am nächsten Tag geht es zum Nachbarn des Lamington, dem Springbrook National Park. Eigentlich ist es nur ein Katzensprung zum Springbrook, allerdings ist das Gebirge für Autos nicht erschlossen und so dauert es gut zwei Stunden bis wir die Serpentinen wieder hinab, vorbei an Weiden und wieder hinauf zur ersten Attraktion gelangt sind. Ein Aussichtspunkt über den Regenwald bis hin zu Wolkenkratern am Meer. Richtig. Surfers Paradise! Die drei Bereiche im Springbrook Nationalpark sind das Springbrook Plateau, die Natural Bridge und Mount Cougal Unser Wander Highlight im Springbrook Nationalpark: Der Twin Falls Circuit!

Ausgangspunkt für diesen kurzen Wanderweg ist die Tallanbana Picnic Area. Hier gibt es Picknicktische und Toiletten, Zeit für eine kleine Stärkung mit Tee & Kaffee bevor wir den vier Kilometer langen Rundweg bewandern werden. Kurz nach dem Start können wir durch den dichten Wald das Rauschen eines Wasserfalls wahrnehmen. Sehen allerdings noch lange nicht. Nach einer halben Stunde passieren wir den ersten kleineren Wasserfall. Wir wundern uns ein wenig. Also geht es weiter und wir kommen zum eigentlichen Highlight.
Der Springbrook Nationalpark ist einfach von Brisbane zu erreichen und als Tagesausflug möglich. Wir finden, der Abstecher lohnt sich total. Wer genug Zeit hat, sollte unbedingt eine Nacht im Nationalpark einplanen. Die Natur ist traumhaft und die Wanderungen abwechslungsreich. Von kurzen Spaziergängen bis langen Wanderungen ist für jeden etwas dabei.

on the road again....

Die nächste Nacht verbringen wir spartanisch an einer wenig befahrenen Landstrasse in einem kleinen Ort namens Mooball, bevor es am nächsten Morgen zum sagenumwobenen Byron Bay geht.

Wir haben viel über den alternativen Lifestyle gelesen und es scheint auch so, als ob dieser in den 70er durchaus vorhanden war. Heute ist es ein recht teures Pflaster und Touristenmagnet. Wir bezahlen 8 Dollar für zwei Stunden Parken! Zeit für einen Rundgang am Meer an dem gerade (hallo Klischee) ein Surfwettbewerb des ortsansässigen Surfclubs stattfindet. Wir schnacken kurz und lassen uns die Farb- und Punktetafel erklären. Tatsächlich sind mehr Senioren mit ihren Longboards im Wasser und cruisen ganz chillig auf den Wellen. Anschließend wird zum BBQ geladen. Wir erkunden weiter die Umgebung und gelangen zum östlichsten Punkt Australiens unweit vom Byron Bay Lighthouse.
An sich hätten wir Lust länger hier zu bleiben, allerdings sind die Preise für die Campsites (freies Campen ist strikt verboten) sehr teuer. Wir entscheiden uns für den Broken Head Holiday Park. Mega relaxed, direkt am Strand und eine Viertelstunde von Byron Bay entfernt. Das Beste ist aber der Strand. Vielleicht waren es 20 Menschen die sich dort aufhalten.

Nach kurzem Chillen in der Sonne geht’s in die doch recht stark-ausschauende Brandung. Kurze Zeit später machen wir Bekanntschaft mit der rip-current. Wir treiben immer mehr vom Land weg. Die Strömung ist so stark, dass egal wie schnell wir schwimmen immer weiter weg getrieben werden. Hmmh… Wie war das noch beim Tauchkurs auf den Perhentians! Genau! Entweder heraus treiben lassen oder (bessere Variante!): Seitlich heraus schwimmen. Zack die Bohne und wir haben wieder Kontrolle über uns. Das war aufregend und etwas beängstigend. Es ist definitiv was anderes, in der Theorie von der Kraft dieser Strömung zu hören oder sich wirklich mitten drin zu befinden!
Nach einer extrem entspannten, mit Meeresrauschen untermalten Nacht, packen wir unser Zeug und fahren mit Gustav entlang der Küste nach Lennox Head. Gustav braucht eine Untersuchung beim Doc (Mechaniker). Nix Schlimmes, es muss nur eine Sicherung gewechselt werden. Allerdings dauert es doch eine Zeit bis wir unseren Gefährten wieder zurück haben. Zeit für einen ausgiebigen Strandspaziergang.

Danach machen wir uns auf den Weg ins Landesinnere, denn heute übernachten wir in Burdett Park im Landesinneren neben der Austragungsstätte des heimischen Rugbyclubs. Netterweise wird in der Nebensaison der Parkplatz für Camper geöffnet die sich hier sogar gratis hinstellen dürfen.

Die extra Portion Niedlichkeit in Port Maquarie

Wir gelangen nach Port, einfach nur Port! Ja, die Aussies lieben ihre Abkürzungen. Wir genießen die Aussicht auf den Stadtstrand und fahren dann zum Koala Hospital.

Das Koala Hospital ist die einzige Tierklinik-Auffangstation für die kleinen Tierchen in Australien. Hier werden Koalas wieder aufgepäppelt. Sei es, dass sie angefahren, durch Buschbrände verletzt oder krank wurden. Hier ist für jeden Platz. Darüber hinaus kann man sich über die Koalas informieren. So lernen wir z.B. dass Koalas die einzigen Lebewesen sind, die neben uns Menschen, über Fingerabdrücke verfügen, die jeweils einzigartig sind. Unser Herz wird weich bei so vielen Knopfaugen. Also entschließen wir uns die Patenschaft für einen Koala zu übernehmen. Letztlich geht es im eigentlichen Sinne darum, dass das Koala Hospital so seine Einnahmen generiert und weiterarbeiten kann. Denn alle arbeiten hier auf Freiwilligenbasis. Es gibt keine Unterstützung von der Australischen Regierung wie wir erfahren. Wahnsinn. Es so toll zu sehen wie viele Locals hier arbeiten und das Füttern der kleinen Tiere oder die Reinigung der Käfige übernehmen. Ja, zum Teil wohnen die kranken Tiere in Käfigen, das hat den Hintergrund, dass sie für ihre Mahlzeiten erreichbar sein müssen und zum Teil ohnehin nicht in der Lage sind zu klettern. Aber in jedem Gehege gibt es genügend Auslauf und natürlich Eukalyptusbäume.
Mit weichem Herz verabschieden wir uns von Nani, die wir nun mit 70 Dollar unterstützt haben und hoffen, dass sie sich schnell von ihren Verbrennungen erholt, kräftig wird und vielleicht eines Tages das Krankenhaus verlassen kann. Denn das ist das allgemeine Ziel vom Koala Hospital: Die Freiheit!
Den Nachmittag verbringen wir am Strand. Hightech bei Baywatch: Mit einer Drohne wird das Küstengewässer und die Brandung kontrolliert. Ab und zu kommt eine Lautsprecherdurchsage, dass ein oder mehrere Haie gesichtet wurden. Panik im Wasser? Fehlanzeige! Alle planschen weiter vor sich hin.

Nach ein paar Stunden wird es Zeit sich um das Nachtlager für Gustav zu kümmern. Wir mögen ja lieber abgelegene Stellplätze, die uns wenig kosten und wenn man nicht dicht gedrängt nebeneinander steht. In der näheren Umgebung von Port gibt es dies leider nicht. Also fahren wir entlang der Scenic Route bis wir einen Parkplatz ohne Verbotsschild finden.

Willkommen in North Haven

Mitten im beschaulichen Ort North Haven gibt es ein Naturschwimmbad. Eigentlich ist es vielmehr ein Seitenarm des Camden Haven River. Hier trifft sich das Dörfchen zum Baden, Sporteln und Relaxen. Fischen und Angeln scheint ein großes Hobby zu sein, denn es gibt eine Rampe zum Fluss und diverse Stellplätze für die Bootstrailer. Wir schauen mehrfach, ob hier ein Hinweisschild zu finden ist der das Campieren verbietet. Nix! Also: Tisch und Stühle raus und relaxen. Ach – das Beste: Der Fluss und das Schwimmbecken wird von allerlei Getier heimgesucht. So zum Beispiel der ein oder andere Pelikan und das Beste, wir mussten uns zwicken: Zwei Delfine! Hammer! Was für ein zoologischer Tag. Koalas, Pelikane und Delfine.
Natürlich gibt es auch eine öffentliche BBQ Station. Wir quatschen noch mit einem Pärchen, sie bereitet das Abendessen zu und ihr Mann geht schwimmen. Dazu ein zwei Gläser Chardonnay. Wir genießen den farbenfrohen Sonnenuntergang und können es nicht fassen was für einen Wahnsinnsort wir hier gefunden haben. Der Morgen beginnt ähnlich. Wir gehen schwimmen, frühstücken und machen uns auf in Richtung Nelson Bay. Genauer: Nach Fingal Bay

Kontrastprogramm auf einem Altersruhesitz

Fingal Bay ist eine Halbinsel die recht abgelegen liegt. Einzig der Stützpunkt der Airforce sorgt für Unterhaltung. Fingal Bay hat eine weitere Attraktion: Land-Split. Das letzte Stück einer kleinen Landzunge bis zu einer kleinen Insel wird nur bei Ebbe sichtbar, so dass man hinüber wandern kann. Dies schaffen wir laut Tidenkalender allerdings erst am nächsten Morgen. Perfekt um den Nachmittag mit Lesen, Schreiben und ein ausgiebiges BBQ zu verbringen! Ansonsten ärgern wir uns ein wenig diesen weiten Weg auf uns genommen zu haben, da der Campingplatz zum einen recht teuer und anonym ist und North Haven uns extrem gut gefallen hat. Praktisch ist allerdings, dass der Campingplatz nah zum STrand ist und wir den Sonnenaufgang genießen konnten.

Was habt ihr auf Euren roadtrips, egal wo, so alles erlebt? Was sind Eure Tipps & Tricks die verraten würdet? Seid offen und schreibt es hier in den Kommentaren!

2 Kommentare zu „Roadtrip 2.0 in Oz – Die Ostküste“

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