wir woanders

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YES! – open water Tauchkurs

Bevor wir unsere Weltreise gestartet haben war uns klar, dass wir auf dieser Reise einen Tauchkurs machen wollen. Bisher hatten wir das grob irgendwann und irgendwo für Indonesien geplant… Die Perhentian Islands waren ungeplant und genauso wenig wussten wir von diesem vielfältigen Tauchrevier. Hier gibt es viele Tauchschulen, in denen Open Water Tauchkurse angeboten werden. Diese traumhafte Kulisse auf den Perhentian Islands soll also unser persönlicher Einstieg in die Unterwasserwelt Malaysias werden!

Die Auswahl an Tauchschulen auf den Perhentians ist groß und überall fängt jeden Tag ein neuer Kurs an. Wir haben vorher online die Preise verglichen und mit einigen Anbietern telefoniert. Während Helge mit Birgit (!) von Turtle Bay Divers spricht ist die Entscheidung gefallen. Wir machen den Tauchkurs dort. Es gibt deutschsprachige Lehrer, was uns die Sicherheit gibt, in unserer Muttersprache nachfragen zu können, wenn wir irgendwas nicht auf Englisch verstehen. Immerhin wollen wir unter Wasser atmen!

Am Montag werden wir am Steg bei Mamas Chalet um 8:15 per Boot abgeholt. Faisul, der Boat-Captain, wartet bereits. Das Schnellboot als Transportmittel wird uns die nächsten Tage immer vertrauter. An der Tauchschule angekommen erwartet uns auch bereits unser Tauch-Instructor Lisa aus Österreich.

Nun heißt es für uns beide und ein Pärchen aus Belgien dreieinhalb Tage Theorie lernen und diese in mehreren Tauchgängen in die Praxis umsetzen. Und dann natürlich den Abschlusstest noch bestehen…
open water tauchkurs perhentian islands
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Tag 1: unter Wasser atmen

Der Theorieteil besteht aus mehreren Videos, die verschiedene Themenbereiche und wichtige Regeln beim Tauchen behandeln. Nach jedem Themengebiet absolvieren wir einen kleinen Test. Viiiiel spannender ist natürlich der Praxisteil!

Der erste Tauchgang findet im „swimming pool“ statt. Da direkt am Strand kein Pool ist, wird die kleine Bucht „Batu Nisan“ umgangssprachlich so genannt. Batu Nisan ist in Sichtweite der Tauchschule und das Wasser hat am Anfang Stehhöhe. Huiuiui… jetzt gehts los! Ich bin aufgeregt. Taucherbrille aufsetzen, Regulator (Atemregler) in den Mund und atmen. Ein und aus, ein und aus. Für mich klingt dieses Darth-Vader-Atemgeräusch extrem beruhigend. Denn es bestätigt mir, dass ich Luft bekomme. Jetzt muss ich nur noch abtauchen… also noch einmal gaaaanz tief einatmen und einfach in die Knie gehen. Blub blub blub. Wow! Es funktioniert und nochmal wow: Da sind ja schon überall Fische! Ich atme heftig ein und aus. Das ist alles so aufregend!

Unser dive instructor Lisa erklärt uns alles ganz genau und ist sehr geduldig bei unseren Nachfragen. Dennoch fordert sie unsere volle Aufmerksamkeit und zieht das Programm gnadenlos durch. Liebevoll hat sie bereits nach kurzer Zeit Ihren Spitznamne „Sergeant“ von uns erhalten. Ganz klar ist auch, dass wir unter Wasser zu 100% funktionieren müssen, genau wie unser Equipment. Und dafür sorgt Lisa natürlich mit ihren Anweisungen und dass wir alles richtig lernen.

Nachdem wir die ersten Atemzüge unter Wasser gemeistert haben, fangen wir tatsächlich an zu tauchen und schwimmen etwas in der Bucht umher. Diese Welt voller Fische ist sofort faszinierend und die Schwerelosigkeit macht total Spaß.
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Tag 2: der backroll entry

Am zweiten Tag lernen wir den backroll entry. Das ist quasi eine Rolle rückwärts vom Bootsrand direkt ins Wasser. Davor habe ich ein bisl „Angst“. Ich springe ungern irgendwo runter. Auch nicht vom Sprungturm im Schwimmbad. Die Höhe ist kein Problem – ich schaue mir gerne eine Stadt oder sonstiges von oben an. Nur runter hüpfen oder springen ist einfach nicht mein Ding. Und rückwärts schon gar nicht! Doch wenn ich den Tauchkurs ernsthaft machen möchte, muss ich mich jetzt zusammenreißen. Auf dem Weg zum ersten Tauchgang des Tages werde ich nervös. Als wir ankommen, machen Helge und Ich unseren Buddy Check. Mein Herz schlägt inzwischen wie wild und ich kontrolliere zum wiederholten Mal, ob meine Tauchmaske richtig sitzt. Seien wir ehrlich: ich schinde Zeit!

Doch irgendwann gibts kein Drücken mehr. Lisa zählt rückwärts runter: drei, zwei, eins. Ich atme so tief ein, wie ich kann und zwinge mich, nach hinten zu fallen. Ich halte die Luft an und falle… Wasser umgibt mich und alles blubbert um mich herum. Ich bin unter der Wasseroberfläche und kann atmen. Ach, das war ja einfach. Und es macht sogar Spaß! Ich komme mir etwas blöd vor, dass ich vorher so viel Trara deswegen gemacht habe.

Na dann ich mich jetzt ja auf die anderen Tauchübungen für heute konzentrieren: Wir fluten unter Wasser unsere Masken und entwässern sie wieder. Wir atmen und schwimmen komplett ohne Maske. Wir nutzen die alternative Luftquelle unseres Tauchbuddys. Und vieles mehr.
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Tag 3: Navigieren und Fische gucken

Heute tauchen wir bei D’Lagoon. Die Bucht ist ein paar Bootsminuten vom Hauptstrand entfernt. Bevor wir die Unterwasserwelt bewundern dürfen, warten ein paar Aufgaben auf uns. Wir navigieren unter Wasser mit einem Kompass. Außerdem simulieren wir einen Notaufstieg aus 6-9 Meter Tiefe. Für den Fall, dass plötzlich keine Atemluft mehr im Tank sein sollte… Hoffentlich tritt dieser Fall niemals ein.

Nach weiteren Übungen kommt die Belohnung. Wir tauchen am Riff entlang sehen wunderbar viele Fische in den tollsten Farben. Es ist auch ein Schwarm bumphead Papageienfische dabei. Die sind zwar nicht so farbenprächtig, aber recht groß und sehr beeindruckend, wie sie vorbeiziehen.
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Tag 4: final exam und Wrack tauchen

Unser letzter Tag im Tauchkurs! Heute machen wir den Abschlusstest. Die Fragen ähneln denen, die wir in den kleinen Tests hatten. Inhaltlich kennen wir die Antworten. Denn in der Praxis haben wir diese Dinge mehrmals trainiert. Nur die Sprache ist hier und da etwas knifflig. Den Test in englisch zu absolvieren ist einfach was anderes, wenn es auf die Feinheiten der Fragestellung ankommt. Wir bestehen beide!

Also auf zum letzten Tauchgang. Es sind nur noch wenige Übungen zu absolvieren. Nach der letzten – Maske unter Wasser komplett abnehmen und wieder aufsetzen – dürfen wir unseren heutigen Tauchspot genießen: die Polizei Wracks!

Vor acht Jahren wurden drei alte Polizeiboote gezielt versenkt. Sie waren nicht mehr einsatzfähig und sollten wenigstens für die Unterwasserwelt erhalten bleiben. Tatsächlich haben sich in den letzten Jahren einige Korallen und Kleinstlebewesen hier angesiedelt. Die Vielfalt der Fische ist enorm. Ganze Schwärme umrunden die Wracks. Am Boden halb versteckt entdecken wir einen kleinen Bambus-Hai. Er ist etwa einen Meter lang.
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fun dives

Der Tauchkurs war der Wahnsinn. Wir haben viel gelernt und Einblick in eine faszinierende neue Welt bekommen. Die hat uns so sehr in ihren Bann gezogen, dass wir in den Tagen nach dem Tauchkurs drei weitere Tauchgänge gebucht haben. Dieses Mal nur zum Spaß. Sogenannte „fun dives“.

Auf – oder besser – um die Perhentians herum gibt es viele verschiedene Tauchspots. Wir haben diese drei besucht:

Pinnacle

Viel Strömung, Tauchgang vom Meeresboden entlang eines Riffes bis zur Oberfläche. Hier haben wir viele Boxfische gesehen. Das ist mein absoluter Lieblingsfisch. Stellt euch einfach eine eckige Box mit Flossen vor. Außerdem verschiedene Angelfish und rabbit fish.

T3

Drei Felsen, die an der Oberfläche zu sehen sind, geben den Namen an. Unter Wasser kann man zwischen einigen Felsen hindurchtauchen. Es ist wie ein Labyrinth. Zum Glück kennt sich unser dive master hier aus. Hier gibts unter anderem viele Anemonen mit Clownfischen. Seit „Findet Nemo“ ist das wohl jedem ein Begriff. Und tatsächlich schwimmen die kleinen Clownfische ständig rein und wieder raus aus der Anemone. Rein und wieder raus…

sugar wreck

Ein Frachter (damals mit Zucker beladen) ist vor 18 Jahren in einen Sturm geraten und gesunken. Das Wrack zerfällt langsam. Es ist aber immer noch sicher genug, um unter einigen Teilen des Schiffes durchzutauchen. Auch wenn es etwas gruselig ist, wenn es plötzlich recht dunkel wird. Hier haben wir unter anderem eine Seeschlange, einen Skorpionfisch und Barracudas gesehen.

FAZIT:

Das Tauchen wird uns auf der Weltreise sicher noch begleiten. Leider ist es ein recht teurer Reisebegleiter. Habt Ihr Erfahrungen mit dem Tauchen gemacht? Könnt ihr uns Tipps für (günstige) Tauchspots geben?

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