Queen Charlotte Sounds

Roadtrip NZ – von Nelson bis Wellington

In Nelson haben wir Anfang März unsere Reise auf Aotearoa begonnen. Gleich nach Ankunft in Christchurch sind wir nach Nelson geflogen. Hier haben wir eine Woche verbracht, daher können wir nun ein wenig ausführlicher über diese beschauliche Stadt, die über viel Spirit und über eine großartige Umgebung verfügt, schreiben.

Whakatū – Nelson City

Nelson liegt auf der Südinsel an der Tasman Bay und gilt als die sonnenreichste Stadt Neuseelands. Tatsächlich wird gemunkelt, dass sich Nelson im Mittelpunkt des Landes befindet. Die drei Nationalparks in unmittelbarer Nähe machen die Stadt sehr abwechslungsreich und lebenswert. Nelson wird seinem Ruf als grüne Stadt wirklich gerecht. Auch wenn du durch einzelne Stadtteile, wie Nelson South, The Brook, Tahunanui oder Toi-Toi fährst, ist überall viel Grün zu sehen.

Noch besser sind aber die zahlreichen Strände und die perfekten Surfspots. Es vergeht tatsächlich kaum ein Tag, bei dem man keine Segel über dem Wasser sieht.

Sightseeing in Nelson

Eine Sightseeing-Tour durch Nelson steht kaum im Verhältnis zu den landschaftlichen Attraktionen, die in den Nationalparks um die Stadt warten. Dennoch sollte man dem Städtchen mit seinem netten, überschaubaren Zentrum und seinen teils noch völlig aus Holz erbauten Kolonialhäusern einen Besuch abstatten. Wir radeln zunächst zur i-Site in der Trafalgar Street und versorgen uns mit Informationen für die späteren Trips auf der Südinsel.

Anschließend geht es zum Farmers Market in der Kirby Lane. Wir haben Glück, denn jeden Mittwoch findet hier der kleine, lokale und lebhafte Markt statt. Hier werden lokale und saisonale Produkte angeboten und laden zum schlemmen und verweilen ein. Gestärkt mit flat white von Hillarys Coffee Cart für Helge und Dosa mit Chutney für Ilka, radeln wir zum Nelson Provincial Museum. Das liegt an der Hardy Street Ecke Trafalgar Street, die hier zur Fußgängerzone wird.
Das 2005 eröffnete Museum besitzt rund 1,4 Millionen Ausstellungsstücke aus Familiensammlungen – so viele, dass sie gar nicht alle auf einmal gezeigt werden können. Hier trifft Maori-Kunst auf historische Bücher und Landkarten und die mit über 300.000 Fotografien größte historische Fotosammlung Neuseelands. Darüber hinaus gibt es wechselnde Ausstellungen. Im März lief die „Life before Dinosaurs – Permian Monsters“. Also ungefähr Brontos Alter… Lange vor der Zeit der Dinosaurier lebten diese Kreaturen auf der Erde. Hier im Nelson Museum werden versteinerte Skelette und lebensgroße Modelle ausgestellt. Beeindruckend echt und mit lautem Getöse waren Ilka und ich die einzigen Besucher der Ausstellung, die für groß und klein einen Riesenspass bereitet. Schaut am besten mal auf der webseite des Nelson Provincial Museum nach, welche Ausstellung gerade läuft. Ein Besuch lohnt sich allemal, wenn Ihr hier seid!
Wir satteln unsere Räder und fahren zur nahegelegen Christ Church. Die anglikanische Christ Church Cathedral zieht mit ihrer ausladenden Freitreppe und ihrem 35m hohen Turm alle Blicke auf sich. Im Art-Deco-Stil von 1925 bis 1972 erbaut, bietet die 58m lange und 27m breite Kathedrale heute mit 350 Sitzplätzen eine andächtige Stille und einen herrlichen Blick über den Hafen und den Tahunanui Beach.

Samstags-Tipp: Der Nelson Market

Du bist auf einem Samstag in Nelson? Super! Denn neben dem Farmers Market am Mittwoch, findet jeden Samstag von 8 – 13 Uhr der Nelson Market am Montgomery Square statt. Also mitten im Zentrum. Und dieser Markt ist der Hammer, die Glückseligkeit eines Marktes: Voll mit Leben und lokalen Produkten. Frische saisonale und biologische Produkte von Obst, Käse, Fleisch und Fisch. Eine Fülle von Kunsthandwerk und tolle Possum- und Merino Kleidung. Hier mussten wir einfach zuschlagen.

Last but not least: Kaffee und Lebensmittel. Wir haben tolle Stunden hier verbracht. Besonders smart: Du kannst Deine Messer hier direkt auf dem Markt schleifen lassen und nach Besuch wieder abholen. Nachdem wir einen Merino-Longsleeve, sowie Gewürze (Dukkah und BBQ-Rub) gekauft haben schlemmten wir uns durch.

Auf in die Marlborough Sounds !

Jetty at Elaine Bay Nach etwas Kultur und Ramba-Zamba am Abend in der Stadt, zieht es uns wieder zurück in die Natur. Das heutige Ziel: Elaine Bay. Wenn man es genau nimmt, ist diese Bucht in dem Pelorus Sound, welcher in den Marlborough Sounds liegt. Der Weg dorthin wird für Bronto allerdings zur kräftezehrenden Aufgabe. Von der SH6 geht es kurz vor Rai Valley links ab und Bronto erklimmt gemächlich die steilen Straßen bis nach Okiwi Bay, ein sehr überschaubares Örtchen, welches aus vielen Fischerbooten am Hafen und ein paar Häusern besteht. Die Aussicht während der Fahrt ist phänomenal, daher ist es ganz gut, dass der gute Bronto gar nicht so schnell fahren kann, die Aussichtspunkte nutzen die Autos hinter uns als Überholmöglichkeit. Nach vielen Zwischenstopps erreichen wir am Nachmittag Elaine Bay. Im Grunde genommen ist hier wirklich nicht viel. Und das ist auch ganz gut so.
Der Campingplatz des DOC mit Spendenbox zum Bezahlen, befindet sich direkt am Wasser. Total irre ist, dass man zunächst denkt, dass es sich um einen großen See handelt. Aber es sind ja die Marlbourough Sounds. Das Wasser unter dem Steg ist kristallklar und manchmal kann man Manta-Rochen sehen.

Sund (Sound) versus Fjord

Im Gegensatz zu einem Fjord ist ein Sund breiter und ist ein Meeres- bzw. Ozeaneinlass. Ein Sund liegt meist parallel zur Küste und trennt üblicherweise die Küste von einer Insel und entsteht, wenn sich Gletscher in ein Tal zurückziehen. Ein Fjord ist in der Regel wesentlich schmaler und steiler als ein Sund (Sound) und wurden während der letzten Eiszeit der Erde gebildet, als Gletscher Landschaften veränderten, während sie sich bewegten. Beiden gemein ist, dass sie von einer außergewöhnlichen Berglandschaft umgeben sind. Bei Fjorden ist diese meist ausgeprägter. Uneinig ist man allerdings beim Milford Sound. Manche sagen dass es sich hierbei eher einen Fjord handelt und eine genaue Erklärung haben nicht bekommen… Wer es uns erklären kann: Jeder Kommentar ist willkommen!!

Nachdem wir Bronto geparkt haben und mit unseren Nachbarn geschnackt haben, lernen wir Reinhild kennen. Wir quatschen Ewigkeiten über das Erlebte in Neuseeland, total entspannt, so dass wir total die Zeit vergessen. Plan war eigentlich dass wir den Piwakawaka-Weg, der in anderthalb Stunden zurückgelegt werden kann, gehen und in der nächsten Bucht ein Picknick haben. Leider schlägt das Wetter schlagartig um.

Es wird dunkel und stürmt sehr. Das Wandern müssen wir wohl verschieben. Wir verziehen uns ins Bronto-Innere und Reinhild nimmt ihr Auto und verlässt die Gegend hier sogar. Die Nacht wird wirklich stürmisch. Bronto ächzt bei den starken Windböen, teilweise befürchten wir gleich umzukippen… Am nächsten Morgen teilt uns der freundliche Kiwi-Nachbar mit, dass die Böen mit über 100 km/h über uns hinweggefegt sind. Der Boden ist ziemlich durchnässt. Von unserem Plan zum French Pass zu fahren müssen wir wohl Abstand nehmen. Der Weg dorthin ist um einiges steiler und führt nur über lehmigen Boden. Die Gefahr, dass wir mit Bronto steckenbleiben ist sehr hoch. Unser Nachbar würde heute ebenfalls auf keinen Fall dorthin fahren.

French Pass & D'Urville Island

Tja, das war das eigentlich Ziel. Nun müssen drüber schreiben, ohne selbst hier gewesen zu sein. Vielleicht kann ja einer von Euch hierher fahren: Also. Von Elaine Bay geht es wieder zurück in Richtung Okiwi Bay. Allerdings geht es dann auf die gravel road „Croisilles-French Pass Road”. In French Pass selbst gibt es mehrere Wanderwege entlang der Küste und entlang der Meeresenge zu der kleinen Insel D’Urville Island. Diese Insel ist ausschließlich mit einem Wassertaxi zu erreichen, welches am besten im Voraus zu buchen ist. Auf der Insel erwarten einem Abgeschiedenheit und ebenfalls Wanderwege zum höchsten Punkt der Insel, den Attempt Hill mit 729 Meter. Die Fahrt hierher ist sicherlich beschwerlich, aber es erwartet ein wilder und abgelegener Teil Neuseelands, der mit einer epischen Landschaft belohnt. Für uns ein weiterer Grund wieder nach Aetearoa zu kommen.

Der sagenumwobene Queen Charlotte Drive...

Am späteren Vormittag machen wir uns wieder auf den Weg und verlassen das malerische Elaine Bay. Ziel sind die Sounds am Queen Charotte Drive. Der Tag ist perfekt für eine Fahrt mit Aussicht. Die Strecke ist malerisch und wir erreichen den heutigen Stellplatz: Ohingaro Bay Reserve!
Eigentlich ist dies ein Parkplatz auf dem das Campen für vier Wohnmobile (natürlich self-contained) erlaubt ist. Nur ein Steinwurf von uns ist das Wasser und ein schmaler Strand der zum Verweilen und Spazieren einlädt. But first: Coffee & Tea. Same procedure as every day! Dabei kommen wir mit einem Ehepaar aus Wellington ins Gespräch, die uns tolle Tipps für die Weiterfahrt auf der Nordinsel geben. Allmählich planen wir die Route. Auf unserem Strandspaziergang kommen wir aus dem Staunen nicht mehr raus. Die Ferienhäuser, die hier stehen sind architektonische Meisterwerke. So besteht bei einem Haus die unterste Front zum Strand aus Glas, welche sich zur Seite schieben lässt, die dahinterliegende Küche ist dann komplett im freien mit Blick auf die Sounds und das Wasser. Hammer!
Am nächsten Morgen geht es dann auf dem Charlotte Drive nach Picton zur Fähre. Der Queen Charlotte Drive führt von Picton nach Havelock. Oder eben andersrum. Vor fünf Jahren haben wir von dieser Route, die 35km von Picton bis Havellock führt, rein gar nichts gesehen. Es hat so stark geregnet, so dass wir dieses Mal wirklich früh über diesen Sonnentag sind.
Der Queen Charlotte Drive ist eine malerische und spektakuläre Nebenstraße, die in den Ebenen des Südendes des Queen Charlotte Sound startet und sich dann die Berge hinauf schlängelt, von wo man den Pelorus Sound sehen kann. Großartige Ausblicke auf die Marlborough Sounds können von vielen Aussichtspunkten genossen werden. Für diese Strecke nehmen wir uns viel Zeit, da Bronto offensichtlich nicht mehr kann, treiben wir ihn auch gar nicht erst und gönnen uns dreien mehrere Verschnaufpausen mit sensationeller Aussicht.

Buchung der Überfahrt

Das Ticket sollte man 1-3 Wochen im Voraus buchen, um sicherzustellen auch zur gewünschten Zeit einen Platz zu bekommen. Gerade Plätze für große Fahrzeuge (z.B. Wohnmobile) sind begehrt. Wer zur Hauptsaison (Mitte Dezember bis Mitte Februar) unterwegs ist, sollte so weit im Voraus buchen wie es die grobe Planung erlaubt. Am besten fragt ihr auch bei Eurem Wohnmobilanbieter nach, teilweise haben diese Kooperationen mit einem der zwei Anbieter. Tipp: Um möglichst flexibel zu sein, wählt am besten ein Flex-Ticket. Es mag zwar bisschen teurer sein, aber ihr könnt dann einfach und adhoc Eure Abfahrt umbuchen.

Boarding completed on Kaitaki

Am Mittag erreichen wir bereits Picton. Bekannt für den Hafen und zur Überfahrt zur Nordinsel. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder per Interislander oder per Bluebridge. Wir können bisher nur gutes von Interislander berichten, entsprechend haben wir uns darum keinen Kopf gemacht. Am Terminal fragen wir, ob wir bereits einchecken können, was zum Glück kein Problem ist. Entsprechend kann Bronto geparkt werden und wir sparen uns die Parkgebühren obwohl es noch drei Stunden zur Abfahrt sind. Dieses Mal steht Bronto in der Pole-Position. Wahrscheinlich das erste und letzte Mal.

Picton selbst verfügt über einen großen Yachthafen und eine kleine Innenstadt. Viel zu entdecken gibt es hier nicht, aber wir vertreiben uns die Zeit mit der letzten Backgammon-Challenge auf der Südinsel. Aktuell läuft es ganz gut für Ilka…
Die ca. 90 Kilometer lange Überfahrt dauert etwa 3 Stunden, mehrmals täglich verkehren die Fähren von Interislander und Bluebridge. Die Überfahrt auf der Interslander-fähre „Kaitaki“ ist wunderbar und sollte unbedingt von dem oberen Sonnendeck aus genossen werden. Die Cookstraße ist die Meerenge zwischen den beiden neuseeländischen Inseln. An der engsten Stelle ist sie nur 22 Kilometer breit. Wie durch einen Trichter treffen hier Tasmansee und der Pazifische Ozean mit all ihren Wellen und Winden zusammen. Dadurch ist es in der Cook Strait manchmal sehr stürmisch. Wie auch heute, obwohl es in Picton noch wirklich sehr angenehm war. Langsam leert sich das Oberdeck und so mancher wird offensichtlich seekrank. Bei der Fahrt durch den Queen Charlotte Sound gleitet das Schiff durch die grüne fjordähnliche Landschaft. Leider können wir keine Delfine sichten, was aber immer mal vorkommen kann – also haltet unbedingt Augen auf!

Haere rā Te Wai-pounamu! - Auf Wiedersehen Südinsel!

Im Dunklen mit glitzernden Lichtern erwartet uns Windy-Welly. Die gemütliche Hauptstadt rund um den Mount Victoria und dem beehive, der Spitzname und allgemein gebräuchliche Name für das neuseeländische Parlamentsgebäude. Was wir alles in Wellington erlebt haben und wie unser perfekter Tag dort ausschaut, erfahrt ihr im nächsten Bericht!

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