Wellington from Mt. Victoria

Roadtrip NZ – Wellington

Angekommen am Abend in Wellington suchen wir uns einen Parkplatz für Bronto. Tatsächlich hat Bronto die Überfahrt aus Picton gut überstanden. Da der gute allerdings den zwei Elementen Wind & Wasser ausgesetzt war, ist sein äußeres Kleid doch sehr salzig geworden. Die Scheiben müssen dringend gesäubert werden, kein Problem. Das ist ja das tolle am Campen: Man hat alles immer griffbereit: Spüli und Wasser gehören da zum Standard.

Cuba Street

Wir parken beim New World Supermarkt (eigentlich darf man das nur, wenn man hier einkauft) nahe der Cuba Street und machen uns gleich auf durch Wellingtons Shopping- und Flaniermeile sowie mit Sicherheit der alternativsten Straße in ganz Wellington. Die Cuba Street ist Szeneviertel, Künstlerviertel und Schmelztiegel zugleich: Hier treffen verschiedenste Kulturen aufeinander. Die Straße ist von Restaurants, Bars, Cafés, Galerien und kleinen Shops gesäumt. Bei uns ist es wohl eher window-shopping und es gelüstet und mehr nach etwas Essbaren. Im Satay Palace schauen wir auf die Karte und entdecken Gado Gado! Wie toll ist das denn? Wir waren sofort angefixt und schwelgen in Erinnerungen an unsere Zeit in Asien und hatten beide ein hervorragendes Rendang. Back to Indonesia in Neuseeland.

Wo übernachten wir denn heute?

Pancake & Ilka Als wir in den Marlborough Sounds mit Wendekreisen telefoniert hatten, wurde für Bronto ein Arzttermin in Wellington vereinbart. Etwas außerhalb im Vorort Lower Hut sollen wir am nächsten Morgen um 8 Uhr vorfahren. Netterweise dürfen wir direkt an der Straße parken an der sich die Werkstatt befindet. Am nächsten Morgen übergeben wir Bronto und sind erstaunt, dass wir ihn in innerhalb der nächste Stunde wieder abholen können. Super! Wir hatten schon die Befürchtung mit den Öffis nach Wellington reinfahren zu müssen. Die Wartezeit überbrücken wir mit Kaffee & Pancakes…gibt schlimmeres.

Das Politische Zentrum Neuseelands vs. Windy Welly

Vor fünf Jahren haben wir uns bereits in die gemütliche Hauptstadt verguckt, mal schauen, ob es tatsächlich so bleibt. Für eine Hauptstadt ist Wellington erstaunlich unaufgeregt, mit gerade mal 200.000 Einwohnern auch denkbar überschaubar. Noch ein Grund für unsere Sympathie. Durch die exponierte Lage an der Küste und direkt am Ozean der Nordinsel, gehört Wellington zu einer der windigsten Städte der Welt, daher auch der Spitzname „Windy Welly“. Hiervon haben wir damals nichts mitbekommen. Es war auch nicht kalt. Ok, wir waren auch Ende Dezember – also im neuseeländischen Sommer – hier. Nun im Herbst ist es bestimmt anders, oder?
Ihr wundert Euch vielleicht, dass jetzt kaum Bilder auftauchen? Das liegt daran, dass wir uns dieses Mal in Wellington mehr auf das Genießen und weniger auf das Fotografieren konzentriert haben. Tatsächlich waren wir selbst überrascht, dass wir kaum Fotos in Wellington gemacht haben. Dazu muss man aber auch wissen, dass das Fotografieren im Te Papa nicht erlaubt ist! Ein weiterer Grund die Kamera nicht mitzunehmen.

Unsere Tipps für Wellington

1.) Mount Victoria

Zunächst fahren wir zum Mount Victoria und bestaunen die Hauptstadt von einem Lookout, der eine grandiose 360°-Übersicht ermöglicht. Es ist also keine klassische Sehenswürdigkeit und es kann auch durchaus voller hier werden. Man kann hier Stunden verbringen, entweder mit einem Picknick oder zum Sport. Da Bronto wieder einsatzbereit war, sind wir mit ihm hierauf gefahren. Es gibt aber auch einen Fußweg der vom Zentrum zur Aussicht führt oder öffentliche Busse. Teilweise ist der Weg recht steil aber gut mit Treppen ausgebaut auf dem viele Wellingtonians ihr Workout machen. Nach einer Stunde machen wir uns wieder auf den Weg ins Zentrum und parken Bronto wieder beim New World. Da wir dieses Mal auch einkaufen werden, also ganz offiziell.

2.) Te Papa Tongarewa

Das berühmte Nationalmuseum von Neuseeland ist mehr als ein Museum, es ist quasi ein Entertainment-Center. Beim letzten Besuch haben wir mehr als zwei Stunden hier verbracht und gerade mal einen Bruchteil gesehen. Genau genommen war es das zweite Stockwerk, zur Hälfte… Wie in anderen Berichten bereits geschrieben, gehören wir bestimmt nicht zu den ständigen Besuchern eines Museums. Beim Te Papa ist es bisschen anders, genau genommen: Komplett anders. Noch nie hat uns ein Museum derart fasziniert. „Ein Nationalmuseum, das international federführend arbeitet und weltweit seinesgleichen sucht” – so wurde das Te Papa oft von der Fachwelt gelobt. “Te Papa Tongarewa” bedeutet auf Maori so viel wie “ein Behälter, in dem kostbare Gegenstände aufbewahrt werden“.
Wir denken, dass die Übersetzung die Wirkung des Nationalmuseums ganz gut beschreibt. Auf sechs Stockwerken beherbergt das Designergebäude, das 1998 eröffnet wurde, unzählige interaktive Ausstellungen. Seltene Exponate liefern einen hochinteressanten Einblick in die Entwicklung der einmaligen Natur des Landes, die ja nun Ihre ganz eigene Geschichte hat, darüber hinaus übt die sagenumwobene Kultur der Maori eine Faszination auf uns aus und wir sind stark daran interessiert mehr zu erfahren.

Noch ein Museum?

Nun, ja… nicht ganz! Das Ding ist riesig und in dem Café findet man nicht nur Touristen, die ihre Pause vom Input machen. Vereinzelnd sieht man Menschen, die ihre Strickutensilien mitbringen und sich eine schöne Bildungsauszeit nehmen. Nicht ganz unwichtig: Der Eintritt ins Te Papa ist umsonst! Viele Tour-Führer des Te Papa stammen aus einem “Iwi” (Maoristamm) und bekamen ihr Wissen von Generation zu Generation weiter gereicht. Offen teilen sie ihre privaten Erlebnisse und Erinnerungen mit den Besuchern. Das Te Papa ist bewusst bi-kulturell. Hier arbeiten Pakea (Weisse) und Maori eng zusammen. Allerdings müssen wir uns heute ohne Guide fortbilden, denn die Touren sind ausgebucht.
Wir starten mit der neuen Ausstellung „Gallipoli: Das Ausmaß unseres Krieges“. Diese interaktive Ausstellung beschäftigt sich mit dem Desaster im ersten Weltkrieg als neuseeländische- und australische Soldaten in der Türkei gelandet sind. Mit Hilfe von 3D-Karten und Projektionen, sowie überlebensgroßen Modellen wird die Geschichte mit den Augen und Worten von acht Neuseeländern erzählt, die sich in Gallipoli befanden. Als wir durch die Austellung gehen, sehen wir einen riesigen Soldaten, der sich inmitten des Kriegsgeschehens befindet als er mit einer Handfeuerwaffe zu Boden fällt. Wow, einfach wow. Wir haben noch nie so eine Skulptur gesehen, die so naturgetreu aussieht!
Alles ist extrem detailliert: der Gesichtsausdruck, der Stoff seiner Uniform, die Haare auf seinen Armen, sogar die Schweißperlen, die unter seinem Hut hervor tropfen… In dem nächstem Raum befindet sich ein interaktives Display, welches zeigt, wie sich jede Waffe beim Aufprall auf ein Skelett auswirkt. Die Ausstellung endet mit einigen roten (Papier)-Mohnblumen, dem Symbol der Kriegserinnerung in Neuseeland, wo wir eine Nachricht schreiben, das Papier zu einer Mohnblume falten und zu Füßen der endgültigen Skulptur eines Überlebenden des Krieges fallen lassen.

Insgesamt 2.779 Kiwis kamen auf Gallipoli ums Leben, und viele andere waren für immer gezeichnet.
Anschließend besuchen wir die Dauerausstellung, in der uns die umfangreiche Kultur der Maori nähergebracht wird. Die Wände und Fassaden symbolisieren die Natur, die Berge, die See und den Himmel. Von der Erklärung des bekannten „Haka“, der häufig als Kriegstanz interpretiert wird, eigentlich aber nichts anderes bedeutet als Tanz. Über die Symbolik der Tätowierungen bis zu einem detailgetreuen Versammlungshaus „Marae“. Ein Marae ist ein umzäunter Komplex von mit Schnitzereien versehenen Gebäuden und Anlagen, die einem bestimmten Iwi (Stamm), Hapū (Unterstamm) oder einer Whānau (Familie) zugeordnet sind.
Wer sich also auf eine spannende Reise hinter die faszinierenden Kulissen Neuseelands begeben möchte, das Te Papa ist täglich von 10-18 Uhr geöffnet, donnerstags bis 21 Uhr. Der Eintritt ist frei. Hier auf der Webseite erfahrt Ihr die aktuellen Ausstellungen.
Uns raucht der Kopf! Nachdem wir nur noch schweigend die großen Pounamu (Jade) Stücke bestaunen, merken wir, dass es Zeit wird unserem Kopf wieder frische Luft zukommen zu lassen. Zeit für eine Pause.

3.) Wellington Waterfront

Vom Te Papa gelangt man schnell zur Queens Wharf Promenade auf der man nah am Wasser entlang schlendern kann. Diverse Pop-up Stores und kleinere Restaurant befinden sich hier und laden zum verweilen ein.

4.) Wellington Cable Car und Botanische Gärten

2015 haben wir hier einen fabelhaften und sonnigen Tag verbracht und haben nun keine Fotos dabei. Möchten euch aber für eure Planung diesen tollen Ort nicht vorenthalten:

Um zu den Botanischen Gärten zu gelangen, fahrt Ihr am besten mit der Cable Car. Die Seilbahn von 1902 ist eine Ikone von Wellington und bietet Besuchern einen atemberaubenden Blick auf die Stadt und den mehr als 60 Hektar großen Botanischen Garten der Stadt. Los geht’s vom Lambton Quay hinauf zum Kelburn Lookout. Von dort aus führt ein Weg vorbei am Carter Observatorium bis zum vielleicht schönsten Platz hier in den Gärten: Der Lady Norwood Rose Garden. Alte Bäume, Kräuter- und Rosengärten sowie Gewächshauser mit verschiedenen Pflanzen. Hier gibt es auch ein schönes Café in dem man schön in der Sonne sitzen kann.

5.) Old St. Pauls

Zurück bei Bronto angekommen fahren wir am späten Nachmittag noch zur Old St. Pauls Kirche. Wir sind nicht so sehr in Kirchen verliebt, aber diese hat uns wirklich gepackt! Die Old St. Pauls Church befindet sich in der Mulgrave Street, unweit vom Waterloo Quay. Es ist eine kleine Holzkirche und einfach wunderschön. Manchmal finden dort Konzerte statt und in der hintersten Ecke der Kirche befindet sich ein „Dauer-Weihnachtsmarkt“. Hier findet Ihr alles für das nächste Weihnachtsfest. Holzkrippen, Adventssterne & Co. warten in christlicher Umgebung. Total schrullig.

haere rā Wellington – Tschüss und hoffentlich bis zum nächsten mal

Whittakers Kiwi Wir satteln unseren Bronto und fahren zum nächsten Übernachtungsplatz außerhalb der Hauptstadt. Auf dem Weg dorthin machen wir aber noch einen kurzen Zwischenstopp in Porirua. In diesem kleinen Ort, etwa 30 Kilometer von Wellington entfernt, wird die unsagbar leckere Whittaker Schokolade hergestellt. Leider werden keine Touren durch das Werk angeboten. Umso erstaunlicher ist aber wie klein diese Manufaktur ist. Als Dank für unseren Besuch bekommen wir zwei Schoko-Kiwis geschenkt. Yummy!
Unseren Nachtplatz finden wir weitere 20 Minuten entfernt, genauer bei der Ngāti Toa Domain. Umgeben von Sportplätzen an der Onehunga Bay. Zweite Belohnung des Tages: sternenklare Nacht und ein gute Unterhaltung bei ortsansässigen Rugby Club!

Good night Bronto, good night Ilka! Morgen geht´s in die Berge nach Ohakune. Heimat der Big Carrot und unweit von Mordor! Seid gespannt welche Wanderungen wir dort machen werden! Hinterlasst doch einen Kommentar wenn Ihr es Euch denken könnt! Ihr habt Fragen? Kein Problem – Immer her damit!

1 Kommentar zu „Roadtrip NZ – Wellington“

  1. Pingback: Roadtrip NZ - Ohakune und der Tongariro Nationalpark | wir woanders

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