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Der Prambanan Tempel in Yogyakarta

Wir starten Teil 2 unserer Tempel Tour in Yogyakarta. Gestern waren wir beim buddhistischen Borobudur Tempel, der allein durch seine Größe beeindruckt. Dank des zwei Tage gültigen Kombitickets mussten wir uns gestern nicht beeilen, sondern können uns in Ruhe auf den Weg machen. Heute beschäftigen wir uns mit einer anderen Weltreligion: dem Hinduismus. Der Prambanan Tempel wurde, genau wie der Borobudur, im 9. Jahrhundert gebaut und der größte hinduistische Tempel Indonesiens. Hier auf Java gab es also vor seeeehr langer Zeit sogar zeitgleich bedeutende religiöse Einflüsse, die trotzdem friedlich nebeneinander existierten.

Prambanan - ursprünglich 240 einzelne Tempel

Der Prambanan besteht im Gegensatz zum Borobudur nicht aus einem einzigen Bauwerk, sondern aus vielen einzelnen, großen und kleinen Tempeln. Die Anlage ist in drei Innenhöfe aufgeteilt. Der erste Innenhof ist der heiligste und befindet sich in der Mitte. Dort sind 16 Tempel zu sehen. Die sind wiederum für verschiedene Götter und Zwecke errichtet worden. Als unser Guide uns die Namen der unterschiedlichen Götter und jeweils dazugehörigen Tiere und die Namen der Personen aus den Legen um den Bau und die Entstehung der Tempelanlage nennt, kapitulieren wir bald. Die Namen sind teilweise wahnsinnig lang und hören sich auch noch alle ähnlich an!

Deshalb gibt es in diesem Beitrag nur wenige Namen und fürs genaue Nachlesen bitte selbst aktiv werden. Wir können also empfehlen, nicht ganz so unvorbereitet hier herzukommen, wie wir es getan haben. Wobei selbst ein bekennender Hindu aus unserer kleinen feinen Touri-Gruppe von fünf Personen zugibt, dass er auch manchmal mit all den Geschichten durcheinander kommt. Die sind einfach so komplex, dass er sie auch mehrfach gelesen musste, bis er sie drauf hatte.

Die drei Haupttempel sind für die Götter Brahma, Shiva und Vishnu. Wobei der komplette Prambanan dem hinduistischen Gott Shiva geweiht ist. Deshalb wird der Prambanan auch „Siwargha“ (ein Heim für Shiva) genannt. Der Shiva Tempel ist daher auch größer als die anderen zwei. Für jeden Gott gibt es noch einen Wahana Tempel. In diesen Tempeln sind die tierischen Transportmittel der Götter (z.B. ein Bulle) in Skulpturen dargestellt. Dann gibt es vier Tempel zum Abweisen des Unglücks, zwei Tempel, welche die anderen flankieren und noch vier kleine Tempel, je einer in jeder Ecke der quadratischen Grundfläche. Und das war jetzt nur der mittlere Hof!
Im zweiten Hof stehen eigentlich 224 Tempel in vier Reihen angeordnet. Heutzutage sind nur 117 von ihnen zu erkennen und lediglich 2 wurden bisher komplett wieder aufgebaut und restauriert. Leider wurden fast alle Tempel zerstört und teilweise sind die Originalsteine verloren gegangen. Auch hier waren unter anderem die Erdbeben der Auslöser für die Zerstörung. Aus den umliegenden Dörfern haben die Einwohner die Steine damals für den Wiederaufbau ihrer eigenen Häuser genutzt. Wer kann es ihnen verdenken. Auf der dritten Ebene stehen keine Tempel.

Im heiligen ersten Innenhof gibt es unzählige Reliefs, die die Geschichte des Hinduismus erzählen. Da geht es um Geschichten über Mut, Trauer und Liebe. Es geht um Könige, Prinzen und Prinzessinnen oder auch um Tiere, die den jeweiligen Protagonisten helfen. Und immer neue Namen…! Wir wissen nur, dass wir gefühlt gar nichts über den Hinduismus wissen. Morgen leihen wir uns erstmal etwas Lektüre dazu auf unsere Reader!
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Sonnenuntergang am Bukit Bintang

Bevor wir nach Haus fahren machen wir einen Abstecher zum Bukit Bintang. Nein, damit ist nicht das regionale Bier „Bintang“ gemeint, sondern der Sternenhügel. Bukit = Hügel + Bintang = Stern. Vielleicht heißt er so, weil man hier den Sternen näher ist? Wir quälen uns in einer Schlange mit vielen anderen Rollern den Berg hoch und hoffen nach jeder Kurve darauf, die viel zu langsam fahrenden LKWs zu überholen.

An einem der Aussichtspunkte angekommen suchen wir uns einen Warung mit Blick ins Tal. Jetzt sehen wir erst wie groß das so gemütlich scheinende Yogyakarta wirklich ist. Während wir unser Bakso (Brühe mit Fleischbällchen und Gemüse) und Nasi Ayam (Reis mit Hähnchen) genießen wird es immer dunkler und die Stadt fängt an zu leuchten. Was für ein schöner Abschluss für diesen Tag.
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Fazit: Vergleich Borobudur und Prambanan

Bevor wir uns entschieden haben den Borobudur UND den Prambanan zu besuchen, haben wir diskutiert, welcher der beiden sich mehr lohnt und ob wir nur einen Tempel ansteuern werden. Tatsächlich hatten wir eine Patt-Situation. Helge war für den Prambanan, Ilka für Borobudur. Schwierig. Im Nachhinein können wir weder den einen noch den anderen bevorzugen oder verteufeln. Sie sind beide für sich wahnsinnig interessant und einfach zu verschieden!

Wenn ihr genug Zeit habt, dann besucht beide. Falls ihr euch aus irgendwelchen Gründen entscheiden müsst, kommt hier ein kleine pro & contra Liste, die euch vielleicht hilft:

Borobudur

Prambanan

  • Entfernung von Yogyakarta
  • Religion
  • Architektur
  • 43 km
  • Buddhismus
  • ein großes Bauwerk
  • 18 km
  • Hinduismus
  • viele Tempel, teilweise begehbar
Wart ihr mal in der gleichen Situation? Musstet ihr euch zwischen beiden Tempeln entscheiden? Wenn ja, welchen habt ihr besucht? Oder habt ihr beide angesehen und welchen würdet ihr empfehlen?

1 Kommentar zu „Der Prambanan Tempel in Yogyakarta“

  1. Pingback: Der Borobudur Tempel | wir woanders

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