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Das Ende unseres Roadtrips in Australien!

Wir fahren wieder in die Berge. Nach einiger Zeit am Meer kommt bei uns immer wieder die Sehnsucht auf in den Bergen wandern zu gehen. Auch wenn wir uns nicht gerade als Wanderer bezeichnen würden. Die Abwechslung zwischen Meer und Bergen ist für uns wichtig. Also fahren wir in die Blue Mountains. Der Blue Mountains Nationalpark ist auch ziemlich einfach von Sydney aus als Tagesausflug machbar. Wir möchten jedoch mehrere Tage hier verbringen bis wir Gustav in Sydney abgeben müssen.

Schlechtes Timing in den Blue Mountains

Auch wenn wir es an der Ostküste insgesamt mit dem Wetter gut getroffen haben, so ist unsere Glückssträhne in den Blue Mountains gerissen. Wir fahren bei herrlichem Sonnenschein in den Nationalpark hinein. Und übernachten auf einem Campingplatz bei Mount Wilson. Der Platz ist wunderbar halb im Wald gelegen und wir können uns aussuchen, ob wir auf einer Freifläche oder in Nischen zwischen einigen Bäumen stehen möchten. Wir spazieren noch einen Waldweg entlang und kurz ins ziemlich ausgestorbene Dorf. Dann nutzen wir die letzten Sonnenstrahlen und genießen den ruhigen Platz.
Die Sonne lässt sich am nächsten Morgen nicht mehr blicken. Ein grauer Himmel begleitet uns leider den ganzen Tag und schmälert ein wenig die Freude an den Aussichtspunkten. Wenigstens bleibt es trocken. Also bringt Gustav uns nach Blackheath, wo wir auf den Grand Canyon Rundwanderweg gehen. Mit dem weltberühmten Namensvetter in den USA hat er nichts gemeinsam. Der Weg führt von der Evans Lookout Aussichtsplattform hinein in eine Schlucht und später ein Stück an der Straße zurück zum Parkplatz. Wir fühlen uns ein bisschen wie Forscher im Regenwald. So dicht wachsen die Farne und Bäume hier. Und fast die ganze Zeit hören wir es irgendwo in der Nähe gluckern, denn ein kleiner Bach bahnt sich hier seinen Weg.
Als Schlafplatz für die nächste Nacht haben wir Perry‘s Lookdown auserkoren. Der Campingplatz ist, genau wie der bei Mount Wilson, gratis und es soll eine tolle Aussicht ins Tal geben. Die Aussicht ist da, die grauen Wolken leider auch. Ansonsten sind die Stellplätze überall zwischen Bäumen versteckt und man hat so eine gewisse Privatsphäre. Und nun fängt es an zu regnen. Also werden wir es uns heute Abend drinnen gemütlich machen und nicht draußen essen. Schade, wo es doch unser letzter Abend mit Gustav ist…

roadtrip_ende_australien Der nächste Morgen ist kaum als Morgen zu erkennen. So dunkelgrau und nebelig ist es. Die Sichtweite? Vielleicht 20 Meter? Wir kriechen also eher vorwärts als das wir fahren. Gerade heute steht eines der Highlights auf unserem persönlichen Sightseeing-Programm: die drei Schwestern!

Three Sisters wird eine Felsformation im Nationalpark genannt, die man vom Echo Point in Katoomba sehen kann und zu der es auch einen Wanderweg gibt. Als wir am Parkplatz ankommen sehen wir nichts. Wirklich rein gar nichts. Nur eine undurchdringliche Nebelwand im Regen. Man kann eben nicht immer Glück haben. Also schnell noch ein Schnappschuss zum Abschied der Blue Mountains und raus aus dem Nationalpark.

Goodbye Gustav, hello Sydney!

Mit Gustav fahren wir nach Sydney rein. Hinein ins Gewusel der Großstadt. Unsere erste Anlaufstelle ist unsere AirBnb Unterkunft um unser Gepäck und die übrig gebliebenen Vorräte auszuladen. Tatsächlich ist es in Sydney wesentlich günstiger über AirBnb zu übernachten als in einem Hostel, wenn man ein Zimmer zu zweit haben möchte. Von den Hotelpreisen fangen wir gar nicht erst an… Dann bringen wir Gustav zu seinem zu Hause südlich des Flughafens. Ein letzter sehnsüchtiger Blick und wir spazieren vom Camperverleih zur Bushaltestelle.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren wir zurück zu unserer Unterkunft nach Padstow, wo wir für die nächsten paar Tage wohnen. Auf einem der letzten Campingplätze hat ein Ehepaar uns zwei Fahrkarten für den Nahverkehr in Sydney geschenkt. Die beiden brauchen die aufladbaren Plastikkarten nicht mehr. Also probieren wir die Opal-Karten („Opal“ heißt das System) bei der ersten Busfahrt direkt aus. Wow! Es sind jeweils 21 Dollar Guthaben drauf! Damit haben wir gar nicht gerechnet. Tatsächlich wird das Guthaben bis zum letzten Abend in Sydney reichen…

Offline App für Nahverkehr in Sydney

Um einen Überblick über die Busse und Züge des öffentlichen Nahverkehrs zu haben benutzen wir die Offline App TripViewLite. Damit können wir auch ohne Internetverbindung die aktuellen Abfahrtszeiten und Umstiegsmöglichkeiten abrufen.

So wie der Tag in den Blue Mountains angefangen, so ähnlich endet er auch. Mit dunklen Wolken und Regen. Nach unserer kleinen Weltreise vom Wohnmobilverleih bis nach Padstow (ca. 1,5 Stunden für knapp 4 Dollar pro Person) kaufen wir im Supermarkt um die Ecke noch ein paar Kleinigkeiten ein und machen es uns gemütlich in unserer neuen Bleibe.

Wir waschen unsere Kleidung, laden unsere elektronischen Geräte wieder auf und relaxen ein bisschen bevor wir unser Abendessen kochen und später müde ins Bett fallen.

Sydney im Regen

roadtrip_ende_australien Eigentlich steht für uns heute klassisches Sightseeing auf dem Programm, aber das Wetter hat sich leider nicht gebessert und es gießt in Strömen. Weil unsere Zeit in Sydney ziemlich begrenzt ist, da unser Flug nach Neuseeland übermorgen geht fahren wir trotzdem in die Innenstadt. Aufgrund des Regens gehen wir zuerst ins MCA – das Museum of Contemporary Art.

Wir schauen uns ein wenig in den Ausstellungen um und schließen uns dann einer kostenlosen Führung über Aborigines Künstler an. Deren Werke zeigen weniger die charakteristischen bunten Punkt-Malereien sondern Abwandlungen davon oder Werke in einem ganz anderem Stil.
Am Nachmittag nehmen wir an einer „I’m free“-Stadtführung teil. So eine, wie Helge sie bereits in Melbourne gemacht hat. Die free walking tours werden in Melbourne und Sydney angeboten und bekommen immer den persönlichen Stempel des jeweiligen Tour-Guides. In Sydney wird die Tour zwei Mal täglich um 10:30 und 14:30 Uhr angeboten. Am Ende der Stadtführung gibt dann jeder so viel er kann und möchte.

Als wir am Treffpunkt, dem Town Hall Square, ankommen hört es zum Glück endlich auf zu regnen. Unsere Fremdenführerin Aida schleust uns mitten durch historische Einkaufszentren, vorbei an architektonischen Besonderheiten, durch Parks und kleine Gassen. Während der dreistündigen Stadtführung bekommen wir viel Geschichte von ihr zu hören und viele Anekdoten und kleine Tipps und Tricks zum öffentlichen Nahverkehr. So auch, dass die Opal-Karten am Wochenende nur bis zu einem ganz geringen Betrag belastet wird. Egal wie lange und wie viele Strecken wir fahren!

Deshalb entscheiden wir uns spontan am frühen Abend noch mit der Fähre nach Manly zu fahren. Nicht mit dem Schnellboot, sondern mit der Nahverkehrs-Fähre. Die Fahrt dauert etwa 45 Minuten. Während der Fahrt nach Manly passieren wir das weltberühmte Opernhaus und fahren durch die verzweigte Bucht vor Sydney.
roadtrip_ende_australien Angekommen in Manly spazieren wir an der Promenade des Stadtteils von Sydney entlang und schauen den Surfern. So einfach sieht es aus. Dabei wissen wir inzwischen aus eigener Erfahrung nach unseren Surfversuchen am Redgate Beach, dass verdammt viel Übung dazugehört, bis es so lässig aussieht. Als es dunkel wird kehren wir in einem Burger Laden ein und lassen es uns schmecken bevor wir uns auf den Heimweg machen.

Die Klassiker: Opernhaus, Botanic Gardens und Bondi Beach

Und nochmal hinein in eine der bekanntesten Städte der Welt. Unser erster Halt ist der Botanische Garten Sydneys. Er nimmt einen ziemlich großen Teil des Zentrums ein und erstreckt sich bis zum Opernhaus. Der perfekte Spaziergang also. Wir schlendern vorbei an riesigen Bäumen und an kleinen Kräutergärten. Einige Bereiche sind extrem liebevoll angelegt und bieten Abwechslung zu den weiten grünen Wiesen.
Und dann kommen wir zu DEM Wahrzeichen der Stadt: The Opera House. Das charakteristische Dach ist der Hingucker und landet gleich diverse Male auf der Speicherkarte unserer Kameras. Da gibt’s einfach zig Winkel die man ausprobieren muss…
Irgendwann haben wir uns doch satt gesehen und fahren mit dem 333-Bus vom Circular Quay, quasi dem touristischen Zentrum und Verkehrsknotenpunkt am Hafen Sydneys, zum Bondi Beach. Und die Erwartungen werden sofort bestätigt als wir an der Promenade entlang schlendern: viele Surfer tummeln sich in den Wellen, und viele Menschen, die barfuß durch die Gegend laufen. Relaxtes Surfer Feeling wird hier definitiv gelebt auch wenn es uns irgendwie surreal vorkommt. Es wirkt ein bisschen so wie in einer Fernsehserie. Verrückt.
Als wir selbst barfuß über den Sand laufen platzt es aus Helge heraus: „Ach, ich möchte sooo gerne nochmal Surfen! Wo ich all die Surfer hier im Wasser sehe…“ Und tatsächlich gibt es ein kleines Wägelchen, an dem Surfboards, Neoprenanzüge etc. verliehen werden. Also kurz die Größen abklären und dann geht’s für Helge in die Fluten während ich sein Surftraining vom Strand aus dokumentiere. Well done!
Abends kochen wir noch ein letztes Ma(h)l und packen unsere Rucksäcke., denn morgen früh geht unser Flug nach Neuseeland. Von Padstow aus können wir mit dem Zug direkt zum Flughafen fahren. Auf der regulären Zugstrecke gibt es auch eine Haltestelle für den internationalen Flughafen. Das ist schon sehr praktisch, obwohl wir dafür ein extra Fahrticket kaufen müssen, weil die Haltestelle des Flughafens von einem privaten Unternehmen betrieben wird und die sich das extra was kosten lassen: knapp 20 Dollar pro Person! Da wir bisher dank der geschenkten Opal-Cards in Sydney quasi umsonst gefahren sind, wollen wir uns nicht beschweren. Also auf in ein neues Abenteuer!

1 Kommentar zu „Das Ende unseres Roadtrips in Australien!“

  1. Pingback: Carl vs. Gustav - Unser Campervan-Vergleich | wir woanders

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