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Fazit Australien

Das war Australien! Dieses unfassbar große Land ist so vieles und nicht zu unrecht eine Traumdestination. Australien verkörpert wie fast kein zweites Land Abenteuer, Freiheit, Einsamkeit, wilde Tiere (Steve Irwin lässt grüßen…), grandioses Farbspiel und traumhafte Sonnenauf- und Untergänge… Und dann gibt es noch ganz banale Dinge, die man nicht sofort mit diesem Urlaubsland verbindet…

Die Sprache

Klar, hier wird englisch gesprochen. Das ist eigentlich kein Problem. Doch einige Australier haben so einen krassen Akzent, dass wir manchmal kein einziges Wort verstehen. Dazu kommen noch drei Besonderheiten:

1. Abkürzungen
2. Australische Worte
3. Sprache der Aborigines

Die Aussies – Kurzform der Australier – lieben Abkürzungen. Sie versuchen wirklich alles abzukürzen. Ob sie nun zu faul sind oder einfach nur Zeit sparen wollen beim sprechen wissen wir nicht. Bei langen Ortsnamen wie „Western Australia“, das auf die Anfangsbuchstaben „WA“ reduziert wird, oder „Australia“ nur „Oz“ zu nennen können wir das Kürzen total nachvollziehen. Warum der „afternoon“ unbedingt „arvo“ heißen muss…? Keine Ahnung. Diese letzte Abkürzung muss man eben einfach kennen, sonst ergibt das Gespräch keinen Sinn.

Speziell australische Worte gibt es auch noch. Manchmal erklären sie sich von selbst, wenn am Damenklo „Sheila“ und bei den Herren „Bloke“ geschrieben steht. Anders ist es mit „esky“ und „joey“. Wer weiß schon, dass damit eine Kühlbox und ein Baby Känguru gemeint sind? Und fast alles wird von den Australiern mit einem gedehnten „Yeah“ kommentiert!

Die Sprache der australischen Ureinwohner ist immer mal wieder sichtbar. Dennoch ist das Erlernen wohl eine Lebensaufgabe, denn es gibt mehr als 150 unterschiedliche Dialekte unter den etwa 250 Stämmen. Im touristischen Alltag stellt der jeweilige Dialekt allerdings keine Hürde dar, sondern wird manchmal zusätzlich auf Informationstafeln angegeben.

Das Wetter

Wer glaubt, dass in Australien jeden Tag die Sonne scheint liegt falsch. Das trifft wohl fast nur auf das rote Zentrum zu. Dort regnet es manchmal mehrere Jahre nicht und im Sommer sind Temperaturen bis über 50 Grad normal! In anderen Landesteilen gibt es ganz unterschiedliche Klimazonen. Im Norden existiert sogar eine Regenzeit von mehreren Monaten währenddessen einige Straßen nicht passierbar sind, weil es zu Überschwemmungen kommt. Wobei die Temperaturen von durchschnittlich 30 Grad dort nicht unbedingt sinken.
An der Südküste im Bundesstaat Victoria herrschen die berüchtigten „four seasons a day“. Das Wetter ändert sich mehrmals am Tag. Von Sonne zu Wolken zu Regen zu Sturm. Gerne begleitet von heftigen Temperaturschwankungen von 15 Grad. So beginnt unser Australienabenteuer in Melbourne. Und wir merken, dass wir zu wenig warme Kleidung dabei haben. Ilka: „Ähem, da habe ich wohl einiges verdrängt, aus meinem Studienjahr in Melbourne vor vielen Jahren…“

Besonders entlang der Great Ocean Road wechselt das Wetter gerne mal im 5-Minuten-Takt. Das ist besonders auf dieser Strecke schade, wo recht viele Sightseeing Orte nah beieinander liegen. Wir hatten zumindest bei den 12 Aposteln Glück, als der Dauerregen für eine Viertelstunde eine Pause eingelegt hat und wir nur noch mit dem Wind kämpfen mussten.

Auch im Februar bräuchten wir am Abend schnell eine Fleecejacke zum überziehen. Das liegt am frischen Wind, der es nach Sonnenuntergang schnell kühl werden lässt. Zumindest war das entlang der Südküste bei uns häufig der Fall.

Die Entfernungen

fazit_australien Die Klimazonen lassen schon erahnen, dass Australien ziemlich groß ist. Ganz genau sind es 7,74 Millionen Quadratkilometer und die Entfernung von Ost nach West beträgt circa 4000 km und von Nord nach Süd sind es 3860 km. Und in diesem riesigen Land wohnen etwa 25,3 Millionen Menschen, 3,1 Einwohner pro qkm. Da ist es offensichtlich, dass einige Regionen eher spärlich bzw. gar nicht besiedelt sind.

fazit_australien Das ist auch der Grund warum es nicht überall im Land Handyempfang gibt, weil es einfach überflüssig ist über weite Strecken ein Funknetz einzurichten, wenn dort kein Mensch wohnt. Hier liegt einfach alles zu weit auseinander. Deshalb ist es auf einigen Strecken durchaus sinnvoll an JEDER Tankstelle aufzutanken. Manchmal liegen mehrere hundert Kilometer und viel Nichts zwischen zwei Tankstellen! Da möchten wir keinen unfreiwilligen Stopp einlegen! Denn Handy- oder Radioempfang oder mobiles Internet ist teils nicht existent und manchmal ist maximal ein SOS-Anruf möglich.

Die australische Tierwelt

Ja, in Australien leben viele gefährliche Tiere, deren Gift, Biss oder Stachel tödlich ist. Wir sind zum Glück keinem begegnet. Und wenn man nicht gerade in Flipflops durchs Unterholz spaziert, sondern auf den Wegen bleibt und die Augen offen hält, dann passiert auch nichts. Abgesehen von den gefährlichen Tieren gibt’s auch jede Menge niedliche zu sehen!

Kängurus und Koalas sind wohl die Tierchen, die jeder mit Australien verbindet. Und tatsächlich haben wir ziemlich viele Kängurus und Wallabies (quasi die kleinere Variante der Kängurus) in der freien Natur gesehen. An einigen Orten finden sich ganze Rudel zum Abendessen auf einer Wiese zusammen.
Nach Koalas mussten wir schon mehr Ausschau halten. Die putzigen Kerlchen verbringen den Großteil ihres Lebens zur Kugel zusammengerollt in den Baumkronen. Einige haben wir so entlang unserer Reise entdeckt. Oder eben im Koala Hospital in Port Macquarie.

Ansonsten haben wir Pelikane, Delfine, Possums, Kamele, Kakadus, Emus und Papageien zu Gesicht bekommen.

Australisches Essen

fazit_australien Kulinarisch ist das Essen in Australien ein Mix aus Allem was man sich vorstellen kann. Es gibt Burger, Pizza und Pasta oder zig asiatische Köstlichkeiten. Das ist dank der Einwanderer aus aller Welt so. Deshalb gibt es nicht einfach EIN klassisch australisches Gericht. Wir zwei sind besonders froh über den britischen Einfluss, denn wir lieben Pies! In fast jeder Bäckerei können wir uns einen leckeren Pie kaufen – und haben das auch bei fast jeder Gelegenheit getan…

Doch am Besten finden wir das Faible der Aussies fürs Grillen. In fast jedem öffentlichen Park gibt es mehrere Grillplätze an den sich auf Knopfdruck die Grillplatte aufheizt. Gratis. So kann sich jeder ein leckeres BBQ zubereiten. Großartig! Gerade wo das Leben in diesem Land – vorausgesetzt es regnet nicht – fast immer draußen stattfindet.

Die Preise

Auch wenn die BBQs nichts kosten, so haben die Lebensmittel schon ihren Preis. Das Preisniveau ist mit dem in Deutschland vergleichbar. Besonders hohe Preise werden allerdings für guten Käse verlangt. Wenn wir also mal was anderes als Cheddar essen wollen, dann wird’s teuer. Mozzarella oder ein Camembert haben umgerechnet ab 5 Euro aufwärts gekostet. Und da waren dann nur 100 bis 150 Gramm in der Packung.

Abgesehen von Lebensmitteln ist Australien auch ein teures Reiseland. Unterkünfte und Ausflüge machen einen Großteil der Ausgaben aus. Ein Zweibettzimmer im Hostel kostet für eine Nacht meistens 45 Euro oder mehr. Hotelzimmer kosten noch mehr. AirBnb ist in Australien definitiv eine gute Alternative um günstiger unterzukommen. Außerdem hat man so noch Kontakt zu den Einheimischen und bekommt häufig ein paar Sightseeing Tipps abseits des Mainstreams.

Da wir „nur“ als Touristen eingereist sind und nicht nebenbei arbeiten dürfen, wie viele der unter 30-jährigen Work&Travel-Backpacker, ist unser Reisebudget begrenzt und lässt sich auch nicht aufstocken. Das war auch ein Grund, dass wir uns für die Reise mit einem Budget Campervan entschieden haben und nicht für einen 4×4. Denn mit unserem fahrenden Bett sind wir in der Summe günstiger unterwegs als wenn wir auf unserer Rundreise in Hostels und Co. eingecheckt hätten. Unseren persönlichen Campervan Vergleich findet ihr im vorigen Beitrag.

DANKE!

Vielen Dank an all die tollen Menschen, die wir auf unserer Reise quer durch Australien getroffen haben. Durch sie wurde unsere Reise durch dieses unvorstellbar große und vielseitige Land noch spannender.

Ein großes DANKESCHÖN an:
Monica & Toni für die leckere Lasagne!
Nigel für den tollen Tipp am Redgate Beach zu Surfen!
Matteo & die Schweizer Schwestern für Lucky Bay!
Gustavo & Thais für die Strand-Empfehlung in Meelup!
Das deutsche Pärchen an der Ostküste für die Sydney-Tickets!

War es das jetzt?

Tatsächlich ist Australien für uns nicht in dem Sinne abgehakt, dass wir nicht wieder hinfahren wollen. Mir (Ilka) ging es schon bei meinem ersten Besuch während des Studiums so. Nur beim nächsten Mal soll es dann ein 4×4 Fahrzeug sein um viel mehr Wege fahren zu können, die abseits der Touri Hotspots liegen. So könnten wir dann extrem flexibel reisen was unsere Route angeht. Denn einige Off-road-Straßen sind mit einem „normalen“ Auto oder Camper nicht möglich. Und wir haben ganz viel in Oz einfach noch nicht gesehen!

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