St Pauls Rocks northland

Roadtrip NZ – Northland Teil 2

Wir haben Bronto gerade abfahrbereit gemacht, da schauen wir sehnsüchtig den Strand am Tokerau Beach entlang, etwas nördlich liegt der Ort Tokerau Bay. Zweifellos eine schöne Bucht – und genauso heißt die Ecke hier im Northland ja auch: Doubtless Bay. Eigentlich wollen wir hier nicht weg. Und wir müssen es ja auch gar nicht. WIR entscheiden, wann wir weiterfahren. Oder unser Wasservorrat, falls er zur Neige geht. Das ist aktuell nicht der Fall. Jaaa, wir bleiben einfach noch eine Nacht! Darauf gibt’s direkt noch nen Kaffee und Tee!

Strandtag und Delfine

Tisch und Stühle sind schnell aufgebaut und der Rest läuft nach über 6 Wochen ja eh eingeübt ab. Uns erwartet ein weiterer Tag am Strand mit Sonne und Ruhe im gelobten Land Aotearoa. Und unsere Entscheidung wird belohnt: Am Vormittag schwimmen Delfine in der Bucht und zwei von ihnen springen sogar komplett aus dem Wasser. Hach… zwischendurch schnacken wir mit unserem Camper Nachbarn, der mit seinem uralten kompakten Wohnmobil etwa 20 Meter weiter steht. Er ist seit vier Wochen hier und genießt die Natur seines Heimatlandes. Tatsächlich gibt es viele Rentner, die komplett in ihren Wohnwagen oder Wohnmobilen wohnen und gemächlich ihr eigenes Land bereisen und kennenlernen und dabei so angenehm und voller Ehrfurcht von „ihrem“ Land sprechen.
Einen Camper mit deutschem Kennzeichen entdecken wir auch am hinteren Ende der Grünfläche. Die Eigentümer haben wir aber nicht ausmachen können. Da ist man doch interessiert, ob es Zugereiste sind oder eine große Fahrt um die Welt? Insgesamt ist dieser Platz nicht wirklich touristisch, so lernen wir Karati und seine Familie aus Hokitika kennen. Eine entspannte Familie mit ihrem Kleinkind und einem Longboard, welches sie sich zu zweit teilen.
st. pauls rocks scenic Am nächsten Vormittag ist es aber soweit: Wir fahren wirklich weiter, auch wenn wir es eigentlich nicht möchten. Denn: Leider neigt sich unsere Zeit im Camper langsam dem Ende entgegen und wir müssen uns langsam in Richtung Auckland auf den Weg machen, wenn wir ohne Stress und endloses Fahren dort ankommen wollen, denn so ein „Kilometerfressen“ wie vor vier Tagen machen wir nicht noch einmal! Kurz hinter Taipa kommen wir an dem kleinen Küstenörtchen Cable Bay vorbei. Genau hier haben wir vor vier Tagen auch gestanden. Allerdings bei düsteren Wolken, heftigem Wind und Wellengang. Heute bei Sonnenschein sieht alles ganz anders aus. Weniger rau und mehr wie ein mondänes Örtchen. Auf dem State Highway 10 an der Küste entlang nach Süden, biegen wir bald in Richtung Whangaroa links ab. Dort tun wir mal wieder was für unsere Fitness und erklimmen die St. Paul Rocks. Die Strecke ist mit 2 Kilometern nicht gerade lang und anfangs auch nicht schwierig. Nur das letzte Stück geht es steil bergauf und die im Fels verankerten Ketten nutzen wir gerne um die letzten Meter hochzukraxeln. Die Aussicht ist der Hammer und wir sind ganz allein hier oben während wir die Sonnenstrahlen genießen. Ein super Zwischenstopp um sich die Beine zu vertreten.

Von Kauris und unerwarteten Gastgebern

Weil wir die Westküste des Northland mit den größten Kauris, z.B. Four Sisters und dem Trounson Park auf unserem Roadtrip auslassen (das heben wir uns für unseren nächsten Besuch hier auf…) fahren wir im Kauri Grove in Manginangina vorbei. Dieser Kauri-Wald befindet sich 20 Kilometer von dem unscheinbaren Ort Kaeo entfernt. Die Strecke führt hauptsächlich über eine Schotterstraße dorthin. Also mehr Zeit als üblich dafür einplanen! Die Kauris hier sind zwar nicht die größten im Land, aber der dicke Stamm ist trotzdem ziemlich beeindruckend. Wie bei allen Kauri Wälder ist es unheimlich wichtig das sogenannte Kauri-Dieback auszugrenzen und daher die Schuhe vor und nach dem Betreten der Wälder zu reinigen. Denkt bei eurem Besuch unbedingt daran!
Zurück bei Bronto kommen wir mit einem neuseeländischen Paar ins Gespräch. Wir quatschen eine Weile und plötzlich laden die beiden uns zu sich nach Hause zum Abendessen ein! Wir verabreden uns für den Abend während die beiden den Kauri Grove Walk beginnen. Unser Weg führt uns weiter nach Waitangi – dem historisch bedeutendsten Ort hier im Northland, weil dort 1840 der Vertrag zwischen den Stammeshäuptlingen der Māori und den Engländern geschlossen wurde: Treaty of Waitangi. Aber dazu morgen mehr, denn für den Besuch im Museum brauchen wir mehr Zeit als wir heute Nachmittag noch übrig haben.
Also zurück nach Kerikeri, wo wir zu Belinda und Perepe fahren. Dort angekommen stellt sich heraus, dass Belinda aus Deutschland kommt. Perepe hilft Imkern hier in der Umgebung die richtigen und besten Stellplätze und Ausrichtungen für deren Bienenkörbe zu finden. Er erklärt uns auch, dass die Māori immer noch sehr stark unter dem Einfluss der Pakhea und dem nichtvorhandenen Verständnis von Menschen, Land und deren Eigentum leiden. Häufig fällt das Wort Whenua! In Te Ao Mauri bedeutet Whenua die Verbindung zu allen lebenden Dingen, Tangata (Menschen) und Whenua (Land) gehören zusammen. Tangata Whenua = Die Menschen von diesem Platz. Eine Verbindung wie eine unsichtbare Schnur! Wobei das Wort „leiden“ nun vielleicht zu viel in diesem Zusammenhang wäre.
Yellow Kingfish Nichts desto trotz ist es so, dass der Zugang zu einer Māori Familie für einen Māori einfacher ist. Man spricht auf einer anderen Ebene miteinander. Wir sitzen gemütlich mit herrlicher Aussicht von der Terrasse über das Tal von Kerikeri und verbringen eine zwanglose und herrliche Zeit. Zusammen helfen wir ein wenig beim Zubereiten des Abendessens bzw. des Nachtisches. Wobei Perepe es sich nicht nehmen lässt den Kingfish standesgemäß zu präsentieren und anzurichten.

Der Yellowtail-Kingfish (Gelbschwanzmakrele) wurde natürlich selbst gefangen und wird zusammen mit einer Art Kurkuma-Sauce gedünstet. Bei Geschichten die von Traditionen und Zusammenhalt der Gemeinschaft handeln wird uns auch angeboten mit Bronto direkt neben dem Haus zu übernachten. Das würde ja das Frühstück einfacher machen. Darüber hinaus würde uns Belinda am nächsten Tag allzu gerne die Umgebung von Kerikeri zeigen. Dumm, wer hier ablehnen würde, oder?
Belinda ist vor über 15 Jahren in Neuseeland „hängengeblieben“ – wie das Leben halt so läuft, wenn man die Liebe zu einem Kiwi findet, oder dem Land. Am besten aber beides. Am nächsten Morgen fahren wir mit Belinda durch die Gegend und wandern unter anderem zu einem kleinen versteckten Wasserfall und durch Wälder. In Kerikeri befindet sich unter anderem das älteste Steinhaus in ganz Neuseeland. Zum Abschluss fahren wir noch zu den Rainbow Waterfalls, bevor wir nun aber wirklich zu den treaty grounds in Waitangi fahren. Belinda könnte uns für über eine Woche allein die Umgebung von Kerikeri zeigen und sie hat bereits einen Sightseeing-Plan für uns. Hoffentlich können wir den beim nächsten Besuch verwirklichen. Nach einer herzlichen Verabschiedung machen Ilka, Helge & Bronto sich auf den Weg nach Waitangi.

Das Museum und die Treaty Grounds

Wer war der erste der dieses Land betreten hat?

Viele Māori-Geschichten handeln von Kupe und seine Kumpanen aus Hawaiki, im östlichen Polynesien.

Woher kommt der Name Aotearoa?

Als Kupes Frau Kuramarotini das erste Mal Land gesehen hat, soll sie ausgerufen haben „He ao, he ao tea, he ao tea roa!“ – „A cloud, a white cloud, a long white cloud!”
Doch dann kamen die Europäer und nach der Forschungsreise von Kapitän James Cook im späten 18. Jahrhundert kamen immer mehr Siedler um in Aotearoa ihr Glück zu finden. Bis 1839 lebten etwa 2000 Pakeha in Neuseeland. Ohne Rechte und Gesetze wurde es schwierig zwischen Händlern und Siedlern. Im Jahre 1833 ernannte die britische Regierung James Busby zum britischen Regierungsvertreter um die britischen Interessen zu schützen und den wachsenden Gesetzeswidrigkeiten Herr zu werden. Der Anwesenheit von Busby zum Trotz wuchs die Anzahl der Gesetzeswidrigkeiten und der dubiosen Landverkäufe an die Pakeha. Somit beschloss die britische Regierung, eine effektive Gesetzgebung in Neuseeland einzuführen. 1840 wurde Kapitän William Hobson als Lieutenant-Governor gesandt. Sein Auftrag war, die Souveränität Neuseelands basierend auf einem Vertrag mit den Māori-Häuptlingen zu erhalten.

Der Vertrag von Waitangi – Gründungsdokument einer Nation mit Missverständnissen

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Unterzeichnung des Vertrages von Waitangi
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Tino Rangatiratanga - Unabhängigkeits Flagge der Maori
northland II
Maori United Tribes

Ein Vertrag wurde aufgesetzt und übersetzt. Nach eintägiger Debatte wurde der „Treaty of Waitangi“ am 6. Februar 1840 hier in Waitangi in der Bay of Islands unterzeichnet. Dreiundvierzig Northland-Häuptlinge unterschrieben den Vertrag noch am gleichen Tag. Mehr als 500 Māori-Häuptlinge unterzeichneten innerhalb der nächsten acht Monate, in denen der Vertrag überall im Land vorgestellt wurde. Der im Jahre 1840 unterzeichnete „Treaty of Waitangi“ ist ein Abkommen zwischen der britischen Krone und den Māori. Fortan basierte Neuseeland auf britischem Recht, während den Māori die Herrschaft über ihr Land und ihre Kultur garantiert wurde. Den Māori werden mit diesem Vertrag die gleichen Rechte zugesprochen wie den Briten. Dies war vorher nicht der Fall! Der Vertrag wird als Gründungsdokument Neuseelands betrachtet. Allerdings hat es seit seiner Unterzeichnung immer wieder Probleme bei der Auslegung des Vertrags gegeben. Denn: Sowohl die englische als auch die Māori-Version des Vertrags besteht aus drei Abschnitten. Nun, der Vertrag wurde von Menschen aufgesetzt sowie übersetzt, die wenig oder gar keine Erfahrung mit Gesetzestexten hatten, darüber hinaus weicht die Übersetzung der Māori weit von der Interpretation der englischen Version ab. Unterschiede in der Auslegung des Vertrages waren und sind noch bis heute spürbar, unvergessen ist der Māori Landmarsch von 1975. Ein Protestmarsch der 29 Tage andauerte und die Māori für Ihre Landrechte und gegen weitere Enteignungen, Landnahmen und Verkäufe von Māori-Land protestierten. Unter dem Motto „Not One More Acre of Māori-Land” führte dieser Marsch von Te Hapua im hohen Norden bis nach Wellington. Als Folge wurde 1975 das Waitangi Tribunal gegründet um offene Streitfragen zu schlichten und es steht für den Beginn des Māori Land Rights Movement.

Zeitmaschine im Marae – Pakeha meets Māori

Zweimal am Tag findet auch eine Kultur-Show auf dem Gelände statt. Treffpunkt ist jeweils das Marae vor dem die Gruppe begrüßt wird. Man stelle sich nun vor, dass wir, die Pakeha, zum ersten Mal auf Māori treffen – Okay?
Wir sollen einen Rädelsführer wählen der den direkten Kontakt zum Chef, dem Oberhaupt des Iwis herstellt. Sämtliche Kommunikation wird zwischen den beiden Chefs geführt. Als das nun geklärt ist, werden wir mit martialischen Gesang und Tanz begrüßt. Die Haka!
Ohne Witz, mega! Mega beeindruckend, und wenn man sich nun vorstellt zu welcher Zeit und Bedingungen die Vertragsverhandlungen geführt wurden kann man sich ein wenig vorstellen wie die zwei so unterschiedlichen Kulturen aufeinander „geprallt“ sind. Und wenn wir das in die Neuzeit übertragen und die allehrwürdigen All Blacks ihre Gegner zunächst so begrüßen muss man schon hartgesotten sein, wenn einem das kalt lässt. Damit meine ich gar nicht das die Haka angsteinflößend ist, das vielleicht auch, aber die Art und Weise, wie Mimik und die Bewegungsabläufe einstudiert sind, erfüllt uns Ehrfurcht und Respekt gegenüber den Menschen und deren Kultur!
Im Marae angekommen werden uns die verschiedenen Instrumente erklärt und vorgeführt. Auch die Poi Poi (ein Poi ist ein Spinningelement der Artistik dessen Urspung in Neuseeland liegt und ebenso als Waffe eingesetzt werden kann, auch bei den Shaolin war diese Peitsche sehr beliebt) werden uns erklärt. Vieles davon haben wir in Theorie bei unserem Besuch im Te Papa gesehen. Nun ergibt das Zusammenspiel mehr Sinn. Wichtig ist auch, dass dies nicht ein Spiel ist, sondern vieles von dem kann und wurde auch als Waffe eingesetzt. Sei es für die Jagd oder zur Verteidigung.
Bei alledem haben wir das Gefühl, dass hier nicht einfach eine Show „abgezogen“ wird, vielmehr das Gegenteil! Die Leute haben wirklich Spaß an dem was und wie sie es tun. Besonders bei dem Gesang einer der weiblichen Darsteller kommen die Gefühle nicht zu kurz. Nachdem die Show vorbei ist, können wir noch Fragen stellen, das lassen wir uns nicht nehmen. Nach der langen Zeit hier in Neuseeland haben wir einen Sack voller Fragen…
Nachdem wir wieder „freigelassen“ wurden, schlendern wir weiter über das große, geschichtsträchtige Gelände. Am Wasser angekommen, finden wir einen Unterstand unter dem drei große Wakas stehen. Diese Kanus sind Nachbildungen die jeweils einmal im Jahr zu Wasser gelassen werden. Am 6. Februar findet hier in Waitangi zum Jahrestag des Vertrages eine große Feier statt, der Waitangi Day. Die Kanus werden von Stammeshäuptlingen und deren Angehörigen gesteuert. Eine große Ehre! Im großen Waka müssen über 80 Menschen paddeln Erst dann ist es fahrtüchtig und manövrierfähig und genau das ist auch eine Herausforderung. Wir treffen einen Māori, der Enkel von dem Erbauer des kleineren Kanus ist. Er erklärt uns, dass es immer schwierig ist genug Leute zusammenzubekommen.

Helge hat sich gerne bereit erklärt im nächsten Jahr auszuhelfen. Uns werden auch die Bedeutungen der Schnitzereien erklärt, auch dass das Layout der Rumpfes in Wellenform geschnitzt wurde. Man bedenke, dass zu der Zeit als die ursprünglichen Māori aus Hawaiki ankamen bereits über dieses beachtliche Wissen verfügten. Stabilität und Ergonomie und Auftrieb.

Ngāpuhi Waka Taua - Das Kriegskanu

Im hinteren Teil des Unterstandes befindet sich auch der Stumpf von einem der drei Kauri aus dem das große Kanu hergestellt wurde. Historisch sind sie mit Flachsseilen zusammengezurrt. Sobald es nass ist, schrumpft das Seil und zieht die aufquellenden Holzteile zusammen. Mit einer Länge von 35 Metern und einem Gewicht von 6 Tonnen im trockenen- und ganze 12 Tonnen im nassen Zustand ist dieses „Kriegs-Kanu“ auf viele Besatzungsmitglieder angewiesen. Unvorstellbar. Die wohl berühmtesten Gäste an Bord waren Charles und Diana, der Prinz und die Prinzessin von Wales, während ihrer Neuseeland- und Australien-Tour 1983.
Fix & Foxi: Uns raucht allmählich der Kopf nach drei Stunden Input, die super kurzweilig waren, und wir machen uns auf die Weiterfahrt!

haere rā Waitangi & haere mai Whananaki

Ein recht unspektakulärer, aber dennoch schöner Campingplatz. Umgeben von Wasser und Bäumen die von vielen (und vor allem gesangsfrohen) Tuis bevölkert sind. Unsere Camper-Nachbarn sind recht ungesprächig, was recht ungewöhnlich ist. Aber nun gut, man muss ja auch nicht mit jedem Touri sprechen, wenn man eine Auszeit aus dem hektischen Auckland macht. Der Abend wird am Strand mit Wein und Sonnenuntergang genossen. Hach, dieses Land macht uns nochmal wahnsinnig. Ein Sonnenuntergang ist ein Sonnenuntergang ist ein….
Nach dem Frühstück bringt Bronto uns zur Whananaki Footbridge. Dies ist angeblich die längste hölzerne Fußgängerbrücke der südlichen Hemisphäre. Na dann! Das Wetter ist schön und die Landschaft um uns herum auch. Für einen Fotostopp wunderbar. Das haben Australien und Neuseeland unter anderem gemeinsam: Die Definition von das größte/schönste/seltenste der südlichen Hemisphäre wird gerne mal als benchmark genommen. So auch bei dieser unscheinbaren, zweifellos einfachen Fußgängerbrücke. Etwas wackelig und beim deutschen TÜV zu 100% abgelehnt, erfüllt sie aber ihren Zweck und das ist doch das wichtigste!

Belindas Sightseeingtour in Whangarei

northland In Whangarei befolgen wir Belindas Sightseeing Empfehlung und fahren zum Canopy Walkway. Der Baumwipfelpfad ist mitten im A H Reed Memorial Park gelegen. Es ist faszinierend wie schnell sich manchmal grüne Parks und Städte abwechseln und wie schnell Verkehrsgeräusche von Vogelgezwitscher abgelöst werden. Dieser Lehrpfad über die heimische Flora und Fauna gibt sehr eindrucksvoll die gewaltigen Kauri Bäume wider. Nicht spektakulär, aber darum geht es doch auch nicht immer, oder?

Allzu gerne würden wir noch einen weiteren Tipp wahrnehmen: Das Native Bird Recovery Center öffnet heute leider erst am späteren Nachmittag. Deshalb müssen wir auf den tagaktiven Kiwi und den sprechenden Tui leider verzichten. Auch hätte Helge gerne seine Fähigkeiten als Tui-Imitator ausgebaut. Schade! Doppelt schade ist die Tatsache, dass wir nun tatsächlich auf dem Weg zu dem letzten gemeinsamen Übernachtungsplatz mit dem guten alten (trägen und sorgenvollen) Bronto sind.
Der Wenderholm Regional Park befindet sich unweit vom quirligen Auckland entfernt und bietet sich daher an um nicht einen teuren, überfüllten und anonymen Stellplatz vor der Rückgabe anzusteuern. Der Park bietet unendlich viel Platz für erholungssuchende „Aucklanders“. Direkt am Meer und mit vielen slots, die einen festen BBQ-Grill bieten. Was zeigt, dass diese Geräte nicht nur von Touristen gerne genutzt werden. Unweit befindet sich eine Rampe und ein kleiner Yachthafen von dem man schnell das Meer erreichen kann. Wir schlendern durch den Park, genießen still und wehmütig die Ruhe am Strand sowie den… genau: Sonnenuntergang! Herrlich!

Zurück bei Bronto kommen wir mit Lauren und Pete unweit von Aireys Inlet (in Australien) ins Gespräch. Die zwei haben sich einen kleinen Camper gekauft und sind noch eine Zeit hier in Aotearoa unterwegs. Wir tauschen uns über das Erlebte aus und schwelgen in Erinnerungen an Australien. Dabei ist das ganze ja noch gar nicht so lange her. Wahnsinn was wir in diesem Jahr schon alles erlebt haben. Das wir nicht die einzigen „Verrückten“ sind, wird uns klar, als Pete uns eine Yachtzeitschrift schenkt als Inspiration. In einem Bericht ging es um einen deutschen der mit einem Faltboot aus Hamburg nach Australien gepaddelt ist. Okay, das war in der dunklen Zeit der 1935er Jahre. Da hätte ich auch ein Faltboot zum Reißaus genommen…
Das Beste an diesem Tag kommt aber für Helge zum Schluss: Moonlight BBQ. Musik, Wein und ein gar zu feines neuseeländisches Lamm! Himmlisch und ein bisschen wehmütig wird im Mondschein gegrillt und gebrutzelt. Mitten in der Natur! Mal ganz ehrlich: Was gibt es denn schöneres? Okay, es könnte ein bisschen wärmer sein. Super zart und lecker genießen wir in Bronto unseren letzten Abend!

Gute Nacht Helge. Gute Nacht Ilka. Gute Nacht Bronto.

Das Beste an diesem Tag kommt aber für Helge zum Schluss: Moonlight BBQ. Musik, Wein und ein gar zu feines neuseeländisches Lamm! Himmlisch und ein bisschen wehmütig wird im Mondschein gegrillt und gebrutzelt. Mitten in der Natur! Mal ganz ehrlich: Was gibt es denn schöneres? Okay, es könnte ein bisschen wärmer sein. Super zart und lecker genießen wir in Bronto unseren letzten Abend!
northland Am nächsten Morgen packen wir stiller als sonst unsere Sachen und machen Bronto bereit für seine letzte Ausfahrt mit uns. Mit viel Schaum und heißem Wasser wird der geschichtsträchtige Dreck der letzten 50 Tage abgewaschen und ausgesaugt. Der Motor bekommt seine letzte Ölung und los geht’s zum Wendekreisen Depot in Auckland.

Vorher fahren wir allerdings noch zu unserer AirBnB-Bleibe in St. Heliers vorbei um unsere Rücksäcke und Vorräte abzugeben. Die Übergabe wird natürlich kein Problem, wir berichten nochmal über unsere Herausforderungen von Bronto, die uns manchmal zu dem einen oder anderen Umweg getrieben haben. Aber so ganz ohne Eigenleben ist ein etwas betagter Camper doch auch langweilig, oder? Obwohl: Auf das ein oder andere Erlebnis hätten wir verzichten können J Und zum Schluss war dieser Roadtrip der absolute Wahnsinn mit ganz vielen neuen Ideen, was wir (hoffentlich!) beim nächsten Besuch in Aotearoa machen können! Hach!

Tschüss Bronto!....bist schon ein Kollege

Nachtrag: Auf dem Weg nach Auckland. Im recht trägen Verkehr. Aus dem Seitenfenster sehen wir beide zeitgleich einen doppelten Regenbogen. Ist das ein Zeichen der ungewissen Zukunft? Oder fahren wir tatsächlich zum Topf aus dem das Glück strahlt… Wer weiß es?! Eines wissen wir: Dies war bestimmt nicht das letzte mal auf den Straßen Aotearoas und Glück haben wir doch eh. Wir haben uns und das Glück die Welt bereisen zu dürfen, oder?

1 Kommentar zu „Roadtrip NZ – Northland Teil 2“

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