fazit_argentinien

Fazit Argentinien

Dann fangen wir im Fazit Argentinien mal mit den Klischees an: Fleisch, Rotwein und Tango. Während unserer 27 Tage haben wir diese drei wir fast alle selbst getestet. Tatsächlich gibt es noch so viel mehr, was Argentinien ausmacht.

Argentinien - Das Land, in dem die Steaks wohnen

Ja, auf die Steaks und die Grillrestaurants waren wir extrem gespannt und wurden nicht enttäuscht. Fleisch können die Argentinier! Kein Wunder, der Fleischverbrauch liegt in Argentinien bei etwa 100 Kilogramm pro Kopf. (Zum Vergleich: in Deutschland sind es etwa 88 Kilogramm pro Kopf.)

Wir haben uns in den Parrillas – so heißen die Grillrestaurants in Argentinien – total wohl gefühlt. Es gibt viele verschiedene Fleischsorten, die auf der Karte stehen. Der Klassiker ist jedoch Rindfleisch. Wenn in Argentinien von Carne (=Fleisch) gesprochen wird, dann ist grundsätzlich Rind gemeint. Schwein (cerdo) oder Huhn (pollo) wird immer extra genannt. Diese beiden werden nicht immer in allen Parrillas angeboten.

Unser Favorit ist das Bife de Chorizo = Rumpsteak. Ein Traum! Manchmal kann man auch das „Entraña“ bestellen. Das ist ein sehr zartes Stück Fleisch und eine Delikatesse, denn es kommt nur einmal im Tier vor. Dann gibt es noch verschiedene Würstchen wie Chorizo oder Morcilla. Letztere sind Blutwurst. Auf die – und auf verschiedene Arten von Innereien (chinchulines) – haben wir jedoch lieber verzichtet. Als Beilagen haben wir uns gerne den Grillkäse Provoleta und eine Portion Pommes gegönnt. Fritten werden teilweise auch mit etwas Rührei serviert. Auch sehr lecker!
Uns ist durchaus bewusst, dass Fleischkonsum nicht nur mit Genießen verbunden ist, sondern auch eine Kehrseite hat. Die besteht unter anderem aus Massentierhaltung und Pestiziden, die zum Einsatz kommen. Wir essen nicht jeden Tag Fleisch und wenn wir Fleisch konsumieren, dann tun wir das bewusst und achten darauf, dass wir regional und möglichst ökologisch einkaufen. Auf Reisen ist das nicht immer einfach und manchmal nicht möglich. Allein, weil es an der Sprachbarriere liegt um an diese Informationen zu kommen. Das Thema ist sicherlich einen ganz eigenen Beitrag wert, doch wollen wir es an dieser Stelle erst einmal dabei belassen.

Rotwein

Auch hier wurden wir nicht enttäuscht und das Klischee bestätigt. Argentinien hat unglaublich viele Weine zu bieten. Nicht nur Rotwein, sondern auch leckeren Rosé und Weißwein. Wobei wir den roten vorziehen. Am Bekanntesten ist der Malbec. Allein bei dieser Traube gibt es verschiedene Sorten die, mal einzeln oder in Kombination, für unterschiedliche Weine verwendet werden. Wir sind keine Weinexperten, doch der unglaublich intensive Geschmack hat uns umgehauen. Wenn ihr mehr über unsere köstlichen Weinproben lesen möchtet, dann schaut in den Beitrag über Cafayate hinein.

Tango

Wir sind ja nicht so die (klassischen) Tanzbären. Trotzdem haben wir kurz überlegt, ob wir einen Tango Tanzkurs machen wollen. Letztlich haben wir uns dagegen entschieden und uns lieber auf das Zuschauen beschränkt.

Besonders in Buenos Aires gibt es viele Möglichkeiten, eine Tangoshow zu besuchen. Die Preise variieren stark und die offensichtlichen Shows finden extra für die Touristen statt. Die Argentinier besuchen diese Shows nicht, sondern gehen zu den Milongas. Ein „milonga” ist ein Veranstaltungsort oder eine größere Bar, in der Tangomusik gespielt und getanzt wird. Teilweise werden in den milongas auch Tangokurse angeboten. Direkt im Anschluss kann die neu erlernten Schritte dann im milonga ausprobieren.

Mate-Tee und Thermoskannen

Von Mate-Tee hatten wir schon gehört, bevor wir nach Argentinien gekommen sind. Dass dieser Tee Nationalgetränk ist, war uns allerdings nicht bewusst. Vielleicht ist das der Grund weshalb es in den Restaurants fast nie möglich ist nach dem Essen einen Kaffee oder Espresso zu bekommen…? Zurück zum Mate. Dieser Tee ist vereinfacht gesagt ein Kräutertee, wobei es verschiedene Variationen gibt. Traditionell werden die Blätter des Tees in ein spezielles Gefäß – Kalabasse – gefüllt. Die Kalabasse besteht meist aus Holz oder Kürbis. Ein metallener Strohhalm (bombilla) wird hineingesteckt und das ganze mit heißem Wasser aufgegossen.
Praktischerweise kann der Tee mehrmals aufgegossen werden. Und jetzt verstehen wir auch warum die Argentinier zusätzlich zu ihrer Kalabasse ständig eine Thermoskanne mitschleppen. Sie gießen sich ihren Mate einfach immer wieder frisch auf. Ständig und überall. In den Nationalparks gibt es sogar häufig Wasserspender mit heißem Wasser. Dort füllen die Argentinier ihre Thermoskannen wieder auf. Anfangs ist der Geschmack noch sehr intensiv und schwächt sich mit den folgenden Aufgüssen dann immer mehr ab.

Der Rhythmus in Argentinien

Hier ticken die Uhren anders. Langsamer. Und irgendwie grundsätzlich später. Die Argentinier sind keine hektischen Zeitgenossen und ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang die tägliche Siesta. Diese Pause, die auch in Spanien und Italien den Tag zweiteilt, wird hier im Alltag deutlich. In den Metropolen nicht ganz so stark, wie in den ländlichen Regionen. Dennoch haben auch in großen Städten viele Geschäfte von etwa 13 bis 16 Uhr oder länger geschlossen. Das haben wir gemerkt als wir in Salta eine Wäscherei gesucht haben…

Dafür endet der Arbeitstag manchmal erst um 21 Uhr. Kein Wunder, dass viele Restaurants deshalb frühestens um 20 Uhr öffnen. Und das ist dann schon früh. Die meisten Argentinier gehen vor 21 Uhr nicht essen. Der Rhythmus ist hier einfach ein anderer.

Kreditkarte oder Bargeld?

Eine Kreditkarte ist auf Reisen unverzichtbar. In der Hauptstadt ist die Benutzung auch gar kein Problem. Trotzdem gibt es sogar in Buenos Aires einige Unterkünfte, in denen die Bezahlung mit der praktischen Plastikkarte nicht möglich ist. Und auch in einigen Parrillas wird nur Bargeld genommen. Deshalb solltet ihr immer genug Scheine in der Tasche haben.

Geldautomaten gibt es in fast jedem Ort. Oft ist die Summe einer Abhebung auf maximal 5.000 Pesos (ca. 117€) begrenzt. Mehrmals abheben funktioniert natürlich auch – was wir auch gemacht haben.

Busfahrten in Argentinien

Busse sind DAS Verkehrsmittel in Argentinien um große Strecke zu überwinden. Es gibt zig verschiedene Anbieter für zig verschiedene Strecken. Die Ausstattung und auch das Alter der Fahrzeuge unterscheiden sich manchmal stark.

Wir waren mit diesen drei Busunternehmen unterwegs: Via Bariloche, M.Horianski und Flechabus. Mit allen drei Unternehmen sind wir ohne Probleme an unseren Zielorten angekommen. Der Service und die Ausstattung sind jedoch extrem unterschiedlich. Uneingeschränkt empfehlen können wir Via Bariloche. Abgesehen davon, dass die Verpflegung hier am üppigsten ausgefallen ist gab es bei diesem Unternehmen sogar Toilettenpapier auf der Bordtoilette. Eine Seltenheit. Toilettenpapier und Desinfektionsmittel solltet ihr also besser immer dabei haben.

Gibt es Entertainment im Bus? Ja! Manchmal Radio (80er oder 90er Mucke ist Standard), fast immer auch Kinofilme, die sogar recht aktuell sind. Auf spanisch natürlich. Teilweise noch mit spanischen oder asiatischen Untertiteln…

Ein Busticket könnt ihr über das Internet buchen oder direkt am Schalter im Busbahnhof. Jedes Busunternehmen hat eine eigene Verkaufsstelle. Ein Preisvergleich ist manchmal sinnvoll. Am Busbahnhof sind do Ticketpreise häufig günstiger als über die Webseiten, manchmal sogar um 50%!

Ein weiterer Nachteil beim Internetkauf ist, dass die Buchung nicht immer klappt. Die Reisepassnummer muss beim Kauf angegeben werden und das kann zum Problem werden, weil die Nummer des deutschen Passes aus Zahlen UND Buchstaben besteht. Die Argentinier haben nur Ziffern. Die Internetseiten einiger Busunternehmen akzeptieren unsere Reisepassnummer deshalb nicht. Manchmal wird auch die Kreditkarte nicht akzeptiert. Es ist dann einfacher zum Busbahnhof zu gehen und dort die Tickets zu kaufen.

Klima - Was ist beste Reisezeit für Argentinien?

Grundsätzlich verhalten sich die Jahreszeiten entgegengesetzt zu Europa. Da Argentinien allerdings ein recht lang gezogenenes Land ist, was die Distanz vom Norden bis in den Süden angeht, kann es innerhalb der gleichen Jahreszeit ziemliche Temperaturunterschiede geben. Zusätzlich kommt noch die Höhe als zusätzlicher Faktor ins Spiel.

Wir waren von Ende Mai bis Ende Juni in Argentinien und haben in Buenos Aires besonders am Morgen und Abend nach Sonnenuntergang manchmal gefroren. In der Hauptstadt sind um diese Jahreszeit Temperaturen von maximal 15-16 Grad Celsius normal. Im Sonnenschein ist dann sogar ein T-Shirt ausreichend. Wenn sich die Sonne aber hinter Wolken versteckt, dann wird es ziemlich frisch. Okay… in unserem Gepäck sind Fleece- und Regenjacke alles, was wir an Jacken dabeihaben.

Der Norden Argentiniens hält im gleichen Monat Höchsttemperaturen von 25 Grad Celsius bereit. Bei den beeindruckenden Iguazu-Wasserfällen oder in Salta und Cafayate konnten wir tagsüber die Sonne in vollen Zügen genießen.

Als Fazit zum Wetter in Argentinien können wir Mai und Juni durchaus empfehlen, wenn euch ihr eine ausreichend wärmende Jacke für die Abende in Buenos Aires mit einpackt. Die Monate Mai bis September gelten allgemein als gute Reisezeit, weil es in diesen Monaten weniger bis gar nicht regnet.

Den Süden des Landes mit Patagonien haben wir auf unserer jetzigen Reise leider ausgelassen. Eben weil es dort noch viel kälter ist und wir dafür nicht ausgerüstet waren.

Sprache und spanische Vokabeln

Mit Englisch kommt man in Argentinien nicht immer weiter. Viele Argentinier sprechen kaum englisch, manchmal verstehen Sie es. Aber eben nicht immer. Auch nicht in der Hauptstadt Buenos Aires. Ein paar Brocken spanisch sind auf jeden Fall hilfreich. Hier kommt unsere Vokabelliste der ersten Wochen:
Gestern – ayer
Heute – hoy
Morgen – mañana
Jetzt – ahora
Wann? – cuando?

Schlüssel – la llave
Zimmer – la habitacion
Bettdecke – la manta
Kopfkissen – el cabezal
Handtuch – la toalla
Warm/heiß – caliente
Kalt – frio

Vorne – frente
Hinten – atrás
Oben – arriba / encima
Unten – abajo / debajo
Neben – al lado de
Sitzplatz – asiento
Langsam – lentamente
Schnell – rápidamente
Geld – dinero
Münzen – plata

Ich nehme einen Kaffee – Tengo un café.
Die Rechnung bitte. – La cuenta pro favor.
Bezahlen – pagar
Mit Karte – con tarjeta
Nur Bargeld – solo efectivo
Danke – gracias
Gern geschehen – de nada

Besteck – cubiertos
Messer – el cuchillo
Gabel – el tenedor
Löffel – la cuchara
Kleiner Löffel- la cucharita
Tasse – la taza
Glas – el vaso
Teller – el plato

Fazit Argentinien

Wir kommen wieder! Auch wenn unser Start in Argentinien anfangs vom Jetlag bestimmt wurde, so sind wir total gerne in dieses südamerikanische Land eingetaucht. Und dabei haben wir nur einen Bruchteil gesehen. Die Pampa, die Gletscher in Patagonien und überhaupt der ganze Süden… Das wollen wir irgendwann noch bereisen. Dann aber nicht im argentinischen Winter!

Danke an...

Wir sind dankbar, dass wir die folgenden Personen in Argentinien kennengelernt und durch sie einen intensiveren Eindruck von diesem Land bekommen haben:

  • Maria im Hostel Carlos Gardel für Ihre Hilfe ein Busticket zu buchen und die Sightseeingtipps in Buenos Aires.

  • Uli und Sole für ihre unzähligen Sightseeingtipps und die Einführung in eine argentinische Parrilla und ihre Gastfreundschaft und das leckere Abendessen!

  • Debora in Iguazú für den Tipp mit der Fisch Empanada. Mega lecker!

  • Monica in Cafayete für ihre Herzlichkeit und dass sie unseren spanischen Wortschatz aufgestockt hat.

  • Yann und Emilia von den Bad Brothers in Cafayate für die tollen Gespräche und das leckere Abendessen.
  • Kommentar verfassen

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.